USA ~ Neuengland 2019

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Indian Summer heißt bunte Bäume. Der Oktober ist für diesen Teil der USA genau die richtige Zeit dafür. Den Betrachter erschlägt schon die schier endlose bunte Fläche der Wälder. Die Temperaturen sind durchaus frisch, eine Jacke ist da meistens angebracht. Zu dieser Jahreszeit gibt es die ganze Küste hoch frischen Hummer. An Tierwelt gibt es reichlich Streifen- und Eichhörnchen zu sehen, für Moose & Co. braucht man Glück.

03.10.2019 – 27.10.2019

Flagge USA

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Reiseroute und Fotoalbum

Reiseroute Neuengland

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Donnerstag 03.10.2019 Anreise Frankfurt – Newark

Flug                          Frankfurt 13:20 – Newark 16:20
Flugzeit                    8:00 h
Zeitverschiebung      – 6 h

Für die Fahrt zum Flughafen benötigen wir dieses Mal ein Taxi, da Elke und Peter gerade ihre Jungfernfahrt mit einem Womo unternehmen. Mit reichlich Vorlauf steigen wir am Flughafen aus. Check-in und Sicherheitskontrolle verlaufen blitzschnell, so können wir uns gemütlich in der Lounge zum Frühstücken niederlassen.

Der Flieger hebt mehr oder weniger pünktlich ab. Das Bordprogramm versorgt uns mit Filmen und die Crew mit Essen und Trinken. Gabis Sitz ist leider defekt, da er sich nur mit 2 Funktionen justieren lässt. Dieser Umstand bringt uns einen 100 EUR-Gutschein ein, den wir gleich im Bordverkauf umsetzen. Nach kurzweiligen 8 h Flug verlassen wir den Flieger. Das Gepäck steht bereits neben dem Band, da die Immigration fast 2 h dauerte. Das Wetter empfängt uns schaurig, es nieselt.

Dafür steht der Shuttle-Dienst zum Hotel knapp 5 Minuten nach unserem Anruf vor der Tür. Im Hotel-Restaurant nehmen wir noch Drinks und Jan einen Snack, danach bemühen wir uns bis 22:00 wach zu bleiben. Was nicht wirklich gelingt. Gegen 21:30 schließen wir die Äuglein.

Freitag 04.10.2019 Newark – Madison

Wetter             heiter bis wolkig, 19 °C in der Sonne
Fahrzeit           6,0 h

Gegen 6:30 schlagen wir die Augen auf. Bis 7:00 bleiben wir lesend in den Betten. Das Frühstück wird im hoteleigenen Restaurant serviert. Der Shuttle-Service zum Womo-Vermieter holt uns um 9:15 ab.

Unser rollendes Zuhause für die nächsten Wochen

Die Fahrt zur Vermietstation dauert etwa 30 Minuten. Nach einer Kurzeinweisung sind wir auf uns gestellt. Wir steuern als erstes Supermarkt und Liquor Store an. Das dauert schon mal seine Zeit. Zudem sind alle Newarker mit uns zusammen auf der Straße, das Wochenende steht vor der Tür.

George Washington Bridge gen Süden

So stauen wir uns aus dem Großraum New York hinaus. Unser eigentliches heutiges Ziel ist New Haven, aber leider gibt es dort keinen Campground in der Nähe, so fällt die Besichtigung der Yale University aus, vielleicht schlagen wir auf dem Rückweg noch mal einen Haken …

Im idyllisch gelegenen Campground auf der Höhe von Madison schlagen wir in der Dunkelheit unser Nachtlager auf. Der Camper muss noch eingerichtet und die Seesäcke geleert werden. So wird es 21:00 bis das Essen auf dem Tisch steht. Nur wenig später fallen wir müde in die Horizontale.

Samstag 05.10.2010 Madison – Bourne

Wetter             sonnig, herbstlich, warm
Fahrzeit           5 h

Herrlicher Sonnenschein begrüßt uns bereits am frühen Morgen. Die Hörnchen haben bereits viel zu tun. Uns treibt es gegen 7:30 aus den Federn. Um uns herum passiert noch nicht allzu viel, außer den Hundebesitzern ist keine Nase zu sehen. Nach reichhaltigem Frühstück verlassen wir gegen 9:30 den gastlichen Ort.

Promenade in New Londown

New London lädt zu einer kurzen Stippvisite an der Promenade und der historischen Waterfront ein. Samstags vormittags rockt da auch nicht gerade der Bär.Wir fahren bald weiter über den Hwy 1 nach Newport. Dort steppen die Touris. Newport ist bekannt für seine sehenswerten Villen der Reichen und Schönen, die teilweise besichtigt werden können. Alle Straßen sind verstopft, voller Autos und Menschen.

Rough Point

Wir kämpfen uns bis zum Rough Point vor. Die dortige Villa ist in jedem Fall sehenswert, wie wir während einer informativen Führung durch das Haus erfahren. Das Anwesen wurde als Sommerhaus genutzt und wird seit den 90er Jahren als Museum geführt.

Unser eigentliches Ziel ist jedoch der Cliff Walk, der zwischen Atlantik und Villen verläuft. Es ist nicht so einfach einen Parkplatz für unser Gefährt nahe einem Zugangspunkt zu finden. Am Cliff Walk wechseln sich private und öffentliche Villen ab. Der Walk weist von Asphalt über Steine bis zu Sand alles auf. Die kleinen Strände gehören jedenfalls zu den Anwesen, die aufgestellten Schilder verweisen ausdrücklich darauf.

Gegen 16:30 steigen wir wieder ins Womo und stauen uns aus Newport hinaus. Zeitgleich findet irgendein Motor-Event statt, einige Wiesen stehen sortenrein voller Porsches, Bugattis u.a. edlen Blechkisten. Wir verlassen Newport gen Nordosten. Einige spektakuläre Brücken sind zu überqueren auf dem Weg gen Cape Cod. Um 18:30 checken wir im Campground in Bourne unterhalb der Bourne Bridge ein.

Nach Bier, Cider und Gin Tonic steht das Essen bald auf dem Tisch. Kurz nach 22:00 fallen wir müde in die Federn.

Sonntag 06.10.2019 Bourne – Brewster

Wetter             heiter bis wolkig, windig, 19 °C
Fahrzeit           4 h

Bourne Bridge

Wir genießen ein echtes Sonntagsfrühstück mit Spiegelei und Jan zusätzlich mit Speck. Gut gestärkt starten wir in den Tag. Wir beginnen mit einer kleinen Runde über den Campground, der zu Füßen der Bourne Bridge liegt. Oben rumpeln die Autos und unten suchen Angler Ruhe.

Bald fahren wir ebenfalls über die große Sagamore Bridge auf die Halbinsel Cape Cod. Erstaunlich viel Wald umgibt uns, wo wir nur Strände und Meer erwartet hätten. In Yarmouth Port bestaunen wir alte Kapitänshäuser, die heutzutage renoviert und bewohnt sind.

Brewester General Store

Der nächste Ort auf unserer Liste ist Brewster, in dem ein alter General Store Memorabilien und Neues zum Verkauf anbietet. Etwas außerhalb von Brewster beziehen wir im Nickerson State Park Quartier für die Nacht. Aber bevor wir uns heimisch einrichten, nehmen wir uns erst weitere Highlights auf Cape Cod vor.

Kites vor Cape Cod

Der Seashore National Park besticht mit vielseitigen Landschaften sowie Wanderwegen. Auch einen Radweg gibt es über die Halbinsel. Wir nehmen eine kleine Loop durch Marsch und Wald unter die Füße. Ans Meer bringt uns das Auto zum Ocean Drive, an dem weite Strände, ein Domizil der Coast Guard und Leuchttürme Touristen locken. Im Wassersaum tummeln sich Seehunde, weiter draußen fliegen Kiter übers Wasser.

In Chatham beschließen wir mit dem Kauf von 2 Lobstern unsere Besichtigungstour. In dem kleinen Hafen von Chatham tummeln sich ebenfalls Seehunde, die zusammen mit einer Unmenge an Seevögeln von den einlaufenden Fischerbooten profitieren.

Campsite im Nickerson State Park

Nun beziehen wir gegen 16:00 unsere hübsche im Wald gelegene Campsite. Gabi zieht sich bald ins Bett zurück, denn die letzte Nacht war eher durchwacht. Jan bereitet in der Zwischenzeit das Abendessen zu. Gegen 18:30 holt Jan sie wieder erfrischt in das Reich der Lebenden zurück und an den reich gedeckten Tisch. Der Lobster schmeckt herrlich! Wir schwelgen!

Am Lagerfeuer lassen wir den Tag ausklingen.

Montag 07.10.2019 Brewster – Salem

Wetter             heiter bis wolkig, 22 °C
Fahrzeit           5,0 h

Sandstrand am Big Pont

Mit Wohlfühl-Temperaturen setzen wir uns an den Frühstückstisch. Die Fenster des Campers sind nicht beschlagen. So steigen wir nach dem Frühstück zum Big Pond nur wenige hundert Meter entfernt ab. Der See liegt ruhig vor uns – sogar mit schönem Sandstrand.

Plymouth Rock

Kurz vor 9:00 verlassen wir Nickerson State Park mit Ziel Plymouth. Zurück am Festland liegt Plymouth etwas nördlich. An der Promenade gibt es sogar einen Parkplatz für uns. Plymouth steht ganz im Zeichen der Immigranten, die 1620 hier an Land kamen. Der Plymouth Rock kennzeichnet angeblich die Stelle der Landung. Die Mayflower II kann leider nicht besichtigt werden, denn sie wird gerade renoviert.

Jan sucht auf dem am Hügel liegenden Friedhof erfolglos einen Geocache. Vor Ablauf der Parkzeit verlassen wir Plymouth gen Norden.

Das Navi führt uns nach Harvard. JA, diesen Ort gibt es! Leider befindet sich die gleichnamige Universität in Cambridge. Weitere 24 mi später erreichen wir auch diese. Unweit des Campus stellen wir unseren Camper am Straßenrand ab.

Harvard University in Cambridge

Einige hundert Meter weiter betreten wir durch das Johnston Gate den weitläufigen und erstaunlich grünen Campus. An der John Harvard Statue stehen Menschen Schlange, um daneben fotografiert zu werden. Die Schuhspitze der Statue zu berühren soll Glück bringen! Sie glänzt schon ganz blank. Um die Ecke finden wir die Bibliothek, leider kommen wir über den Flur nicht hinaus.

Laut Schild im Smith Campus Center sind alle Touren ausgebucht, so kaufen wir uns einen Kaffee und verlassen den gastlichen Ort. Auf dem Weg nach Salem gelingt es uns zumindest Plastikhandschuhe fürs Dumpen und Alkoholika zu erstehen, nur ein Hardware-Store fehlt uns noch, um das Black Water Mittel zu erwerben. Unser Black Water Tank zeigt nun voll an, na ja für Pippi in der Nacht wird’s schon noch reichen.

Zum Abendessen schwelgen wir in Steak (Jan) und Garnelen (Gabi). Sehr lecker!! Zwischenzeitlich beginnt es zu regnen. Immerhin warmer Regen. Für morgen früh um 7:00 erstehen wir online 2 Tickets für die Fähre nach Boston. Das heißt schon mal früh aufstehen!

Dienstag 08.10.2019 Salem – Boston

Wetter          morgens nieselig, sonst bewölkt bis 18 °C
Fahrzeit        Fähre 1:00 h, Bahn ½ h

Morgens um 5:30 ist die Welt noch in Ordnung. Es ist finster, der Wecker holt uns aus den Federn. 1 Tasse Kaffee bzw. Ingwerwasser reichen, dann begeben wir uns im morgendlichen Nieselwetter auf den Weg zum Fähranleger. 20 Minuten später steigen wir ein, wir sind die ersten Fährgäste!

Regenbogen auf der Fahrt nach Boston

Die Fähre legt pünktlich um 7:00 ab. Einige Fahrgäste nutzen die Fähre nach Boston offensichtlich für den Weg zur Arbeit. Etwa 50 – 55 Minuten dauert die Überfahrt. Im Salem Hafen taucht ein Seehund samt Fischbeute neben der Fähre auf. Bald darauf begleitet uns ein schöner Regenbogen bei toller Beleuchtung. An Bord gibt es Kaffee für Jan und heißes Wasser auf den Ingwer in der Keep Cup für Gabi, dazu teilen wir uns einen Bagel mit Frischkäse. In Boston erwartet uns leider erst mal ungemütliche Witterung. Wir steuern das nächstgelegene Café an, um das ausgefallene Frühstück nachzuholen.

Kurz vor 9:00 machen wir uns auf den Weg zum Boston Common, Amerikas ältestem öffentlichem Park, in dem der Freedom Trail beginnt. Mittlerweile ist die Regenwolke durch und es wird etwas wärmer. Der Freedom Trail ist über das gesamte Stadtgebiet mit einem roten Streifen Ziegelsteinen im Bürgersteig markiert und führt an den Highlights Bostons vorbei und hierbei insbesondere an denen, die eine besondere Rolle spielten beim Freiheitskampf gegen die englische Herrschaft.

Kirchen, Friedhöfe, Parks, öffentliche Gebäude, Markthallen und am Ende das Bunker Hill Monument stehen auf dem mit 2,5 mi ausgepreisten Programm. Wir laufen insgesamt gut 18 km, wobei Little Italy sicherlich ein besonderes Highlight darstellt. Insbesondere gibt es dort im Café einen ordentlichen Espresso aus richtigen! Tassen. In allen Parks sieht man die buschigen Schwänze der fleißigen Eichhörnchen hocherhoben. Das Bunker Hill Monument befindet sich im gut situierten Stadtteil Charlestown. 294 Stufen führen im Monument nach oben, von wo sich ein schöner Blick auf Boston eröffnet. Leider sind die Fenster ziemlich verkratzt.

Holocaust Denkmal

Wir lassen uns Zeit auf dem Trail mit Kaffee- und Mittagsstopps. Nichtsdestotrotz haben wir gegen 15:30 den Trail absolviert. Für das Abendessen ist im renommierten Union Oyster House für 17:30 ein Tisch für 2 bestellt. Also bleibt noch etwas Zeit totzuschlagen, aber auch das gelingt. Vor dem alteingesessenen Restaurant befindet sich das eindrucksvolle Holocaust Denkmal, in dem sogar die Gaskammern visualisiert werden. Etwas früher als reserviert fallen wir im bereits gut besuchten Restaurant ein. Uns wird ein netter Tisch zugewiesen. Der Service ist ausgezeichnet und unsere Lobster-Gerichte fabelhaft.

Die Bahn bringt uns schnell und preiswert zurück nach Salem, vom Bahnhof wählen wir jedoch das Taxi für den Weg zurück zum Campground.

Mittwoch 09.10.2019 Salem – Scarborough

Wetter             wolkig, trocken, 15 °C, windig
Fahrzeit           4,5 h

Um 7:30 schlagen wir die Augen auf. Der Himmel ist bedeckt. Gegen 8:15 steht das Frühstück auf dem Tisch.

Im Campground Store gibt es das Mittel für den Black Water Tank leider nicht, aber dafür bekommen wir die Adresse des nächsten Walmart. Direkt neben dem Campground befindet sich die Dumping Station in öffentlicher Hand. Weitere 30 Minuten später finden wir den Walmart mit dem Black Water Tank Mittel, das auch vorrätig ist. Nun kann der Tag beginnen. Mittlerweile ist es 10:30.

Unser erstes Ziel ist Gloucester und die davor liegende Halbinsel Cape Ann. An der schönen Promenade huldigen wir dem Fischer-Monument, das die toten Fischer seit 1916 namentlich auflistet. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht hat sich eine Künstlerkolonie niedergelassen, die in einigen Stores ihre künstlerischen Produkte anbieten. Wir finden in einer Kooperative ein paar nette Postkarten. Weiter geht’s nach Rockport auf Cape Ann. Das hübsche Dörflein ist sicherlich im Hochsommer sehr gut besucht, so haben wir jedoch die meisten Läden, sofern geöffnet, für uns. In einem Lobster-Laden erstehen wir 1 Pfund ausgelöstes Lobsterfleisch für unser Abendessen.

Einige Meilen später finden wir in Newburyport den Leuchtturm für romantische Candlelight Dinner oder so. Der Leuchtturm kann für ein Dinner gemietet werden, das dann ganz oben mit dem ultimativen Blick aufs Meer serviert wird. Ideal für besondere Paar-Anlässe! Die Promenade gestaltet ein Boardwalk mit vielen Bänken und schönem Blick auf den Hafen. Unser Besuch fällt bei dem kalten Wind leider etwas kühl und kurz aus.

Wir fahren weiter nach Kittery, wo uns lt. Reiseführer der 1. Leuchtturm der Leuchtturm-Tour erwartet. Die Schranken zum Park, von dem aus der Leuchtturm zu sehen ist, sind leider bereits für diese Saison geschlossen. Für uns fällt der Leuchtturm somit aus.

Nun steuern wir den Wild Duck Campground in Scarborough an, in dem wir die Nacht verbringen wollen. Gegen 16:45 schlagen wir dort auf. Eine hübsche Campsite unter hohen Bäumen wartet auf uns. Im nahe gelegenen Teich spiegeln sich bunte Bäume. Sehr idyllisch, auch wenn man den nahegelegenen Highway hört.

Jan kümmert sich zuerst ums Lagerfeuer und dann um das königliche Mahl – Spaghetti mit Lobster satt. Wir müssen schier stopfen, um das Pfund Lobsterfleisch zu verdrücken!

Donnerstag 10.10.2019 Scarborough – Pemaquid Point

Wetter             bewölkt, windig, 15 °C
Fahrzeit           3,5 h

Wir schlafen bis 7:45! Das ist für unsere Verhältnisse lang. Von den Bäumen fallen die Kiefernadeln auf unser Autodach, was sich wie Regentropfen anhört. Wie auch immer, gegen 9:30 fahren wir dem Tag entgegen.

Die Portland Head Lights im Fort Williams Park sind unser erstes Ziel. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den bereits gut besuchten Park. Der Wind zerrt heftig an uns, die Brandung ist spektakulär. Der Leuchtturm steht auf einer Sturm umtosten Klippe, ein kleinerer Leuchtturm in der Ferne sieht aus, als ob er nasse Füße bekäme. Eine schöne Kulisse. Ansonsten umgeben uns hier Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg. In der Bucht soll ein deutsches U-Boot einigen Schaden angerichtet haben. Jan hebt noch einen Geocache, dann setzen wir unsere Fahrt fort.

Zum nächsten Leuchtturm fahren wir erst mal in die Irre, da wir erst verzögert begreifen, dass es sich bei South Portland um eine eigenständige Gemeinde handelt. So kommen wir mehrfach in den Genuss der Casco Bay Bridge und des Hafenviertels von Portland. Der in der Tat kleine Leuchtturm Portland Breakwater Lights von 1875 wird aufgrund seiner kleinen gedrungenen Gestalt und die ihn umgebenden korinthischen Säulen „Bug Lighthouse“ genannt. Das Liberty Ship Monument vervollständigt das Ensemble. Das Monument soll an die Menschen erinnern, die während des 2. Weltkrieges Schiffe bauten – immerhin 30.000 Menschen. Die Schiffe wurden Liberty Ships genannt. Gut durchgeblasen verlassen wir diesen gastlichen Ort.

Etwa 30 Minuten später erreichen wir in Yarmouth die DeLorme Cartographic Company, die heute Garmin gehört. In dem hohen gläsernen Atrium der Lobby befindet sich eine riesige sich drehende Erdkugel von 14 m Durchmesser. Eartha stellt die Erde dar, wie sie aus dem Weltraum zu sehen ist. Selbst im Guinness Buch der Rekorde ist sie zu finden. Es ist sogar erlaubt das Treppenhaus hinaufzusteigen und sie von 2 höheren Ebenen aus zu betrachten. Nur von der oberen Etage kann man einen Blick auf Europa erhaschen. Sehr eindrucksvoll.

Quasi im Nachbarort halten wir im großen LL Bean Store, der als MUST SEE in Maine gilt. Vor hundert Jahren, als Laden für Jäger und Fischer gegründet, hat er sich inzwischen zu einer Mall gemausert. Seit 1951 24 h 365 Tage im Jahr geöffnet, zieht sie um die 3 Mio. Besucher an und ist damit eine DER touristischen Adressen in Maine.

Nun haben wir einige Meilen bis zum nächsten Leuchtturm vor uns. Zwischenzeitlich ist es 16:00 vorbei. Die Bäume rund um die Highways zeigen sich immer bunter, je weiter wir in den Norden vordringen. Irgendwo zwischen Bath und Portland zweigen wir zum Pemaquid Point und damit zum gleichnamigen Leuchtturm ab. In einem kleinen Ort auf der Strecke werden gerade Riesenkürbisse ausgeliefert, wodurch der Verkehr nahezu zum Erliegen kommt. Dennoch parken wir kurz vor 17:30 am Pemaquid Point Light, das als das berühmteste Maines gilt, da es auf einer Spezialausgabe von Maine Quarters abgebildet ist. Zu unserem Glück zeigt sich die Sonne aus einer schmalen Wolkenlücke, was alles in ein bezauberndes Licht taucht. Vor dem Leuchtturm brechen sich laut tosend mit viel Gischt die Wellen. Ein tolles Schauspiel und eigentlich ein hübscher Platz für den Sundowner.

Uns zieht es jedoch zum nahegelegenen Campground, wo wir für unser leibliches Wohl sorgen. Frischer Schwertfisch! Die Menge reicht für eine weitere Person, die in den Tiefkühler wandert.

Mit einer Partie Tridom beschließen wir den Abend.

Freitag 11.10.2019 Pemaquid Point – Bar Harbor/ Acadia NP

Wetter             bewölkt, 15 °C
Fahrzeit           4,0 h

Gegen 9:30 schieben wir die Gebühr für die Campsite unter der Tür zum unbesetzten Office durch.

Im nächsten Supermarkt kaufen wir die fehlenden Dinge, dann nehmen wir Fahrt zum Rockland Breakwater Lighthouse auf. Kurz nach 11:00 erreichen wir Jameson Point, der sogar einen netten Parkplatz für unseren RV bereitstellt.

Der Leuchtturm liegt 1 mi Granitblockweg ins Meer voraus! 18 Jahre dauerte es angeblich, um diesen sehr speziellen Weg zu bauen. Ab und zu werfen die Wellen ihre Gischt über den Granit. Alles läuft auf der ganz rechten Seite, um möglichst wenig vom Salzwasser touchiert zu werden. Sehr witzig! Am Leuchtturm stehen auf der geschützten Seite 2 Angler, ihre Ausbeute sieht nicht gewaltig aus. Sogar einen Geocache gibt es am Leuchtturm. Bei Sturm und hohen Wellen ist der Granitweg nicht zu empfehlen.

Zurück am RV steuern wir Camden an, das sehr hübsch und dessen Hafen einer der schönsten Maines sein soll. Der Ort besteht hauptsächlich aus Stau und vielen Souvenirläden. Hier ist zur Hauptsaison sicher die Hölle los. Die Windjammer, eigentlich die Hauptattraktion des Ortes bzw. Hafens, liegen leider bereits winterfertig verpackt im Hafenbecken. Sehr schade.

Für uns geht es weiter nach Ellsworth, das gut 1 h Fahrt entfernt liegt. Direkt an der Main St stolpern wir über den Laden der Rooster Brother, in dem Haushaltwaren und viel wichtiger leckerer gerösteter Kaffee verkauft wird, den man direkt verkosten kann. Die Cookies dazu sind ein Gedicht.

Nur wenige mi später, checken wir im Bar Harbor KOA Campground ein. Wir entscheiden uns für eine hübsche Site am Meer. Für den Preis (US$ 100/ Nacht) gehen andere allerdings ins Hotel. Aber was soll’s, Hauptsache wir haben es nett. Gabi gibt sich dem Housekeeping hin, während Jan sich um den RV kümmert. Die untergehende Sonne zeigt noch einen schmalen Streifen ihres schönen Lichts, das wir bei Bier und Cider genießen.

Nach dem Essen bringt Jan das Lagerfeuer in Gang. Romantisch in die züngelnden Flammen schauen ist angesagt. Währenddessen fegt uns der Wind um die Nase.

Samstag 12.10.2019 Acadia NP

Wetter             bewölkt, regnerisch, 12 °C
Fahrzeit           3,0 h

Wir schlagen kurz vor 8:00 die Augen auf, erst mal darf die Heizung arbeiten bevor wir einen Fuß aus dem Bett strecken. Wettermäßig sieht es heute eher grau und nieselig aus, das treibt uns auch nicht gerade schneller aus den Federn.

Gegen 10:00 verlassen wir den Campground. Über das Hulls Cove Visitor Center fahren wir in die Acadia Park Loop Road ein. Etwa die Hälfte der Strecke ist einbahnig. Einige Sightseeing Points am Straßenrand nehmen wir mit. Am Sieur de Monts parken wir mal richtig. An der Süßwasser Quelle vorbei nehmen wir den Emery Trail nach oben. Über viele Granitstufen gewinnen wir schnell an Höhe. Buntes Blätterwerk begleitet uns. Schöne bunte Ausblicke und eine interessante Wegführung bringt uns zur Gabelung zum Hamond Trail, dem wir bergab folgen. Granittreppenstufen, durch schmale Durchlässe und unter Granitbrückchen hindurch gelangen wir wieder zurück zum Parkplatz.

Wir folgen der Park Loop weiter. Die Aussichtspunkte sind heute aufgrund der tiefliegenden Wolken nicht sehr ergiebig. Am Sand Beach, dem einzigen wirklichen Sandstrand im NP, finden wir leider keinen Parkplatz. Entweder dürfen wir die ausgewiesenen Parkplätze nicht benutzen oder sie sind voll. Aber am Thunder Hole werden wir fündig. Das Auto parkt. An der Küste rollen die Wellenbrecher an, die See kocht und das schmale Thunder Hole performt ordentlich. Die untere Plattform ist gesperrt. Bald wissen wir auch warum! Die Brecher schicken ihre Spray bis zu den Zuschauern hoch.

Am Otter Point ist uns wieder ein Parkplatz vergönnt. Der Cliffwalk ermöglicht nicht nur die Teilhabe an der kochenden See, sondern auch an der spektakulären Steilküste. Alle folgenden Parkplätze nahe der Sightseeing Points haben leider keinen Platz für unser Gefährt, nicht zuletzt deshalb, weil „normale“ Autos die RV-Parkplätze okkupieren! Aus diesem Grund beschließen wir den Tag mit einem Bummel durch Bar Harbor, dem größten Ort auf Mount Desert Island.

Bar Harbor stellt sich als ganz hübsch heraus. Cafés, Restaurants, natürlich Souvenirshops und eine nette Waterfront. Außerdem tummeln sich jede Menge Touris im Ort. Na ja, es ist ja auch Samstag und das Wetter hat sich gegen die Vorhersage gut gehalten.

Wir fahren zurück zum KOA Campground. Jan genießt das vom Campground angebotene Hot Dog zum Bonfire bei Live-Musik als Vorspeise. Nach unserem obligatorischen Gin-Tonic beginnt das Schnippeln, Raspeln und Kochen. Pasta mit vielerlei Käsesoße zu Tomate-Avocado-Salat steht auf dem Programm. Ein schöner Malbec rundet das Mahl ab.

Wir haben unser Tridom Spiel noch nicht zuende gebracht. Vermutlich gewinnt derjenige, dem es als erstes gewinnt eine Runde regulär zu beenden.

Sonntag 13.10.2019 Acadia NP – Steuben

Wetter             heiter, 17 °C  
Fahrzeit           3,0 h

Wir schlagen tatsächlich erst um 8:30 die Augen auf. Demzufolge starten wir etwas später in den Tag. Aber um 10:00 schaffen wir es dann doch.

Wir wollen heute den westlichen Teil von Mount Desert Island unsicher machen. Ganz augenscheinlich sind in diesem Teil deutlich weniger Menschen unterwegs als im besser ausgebauten Osten der Insel.

Am Echo Lake erwartet uns ein kleiner Sandstrand. Die Badeplattform im See zeugt von sommerlichen Badeaktivitäten. Heute putzt ein Ranger die Mülltonnen, das bedeutet die Badesaison ist zuende und alles wird winterfertig gemacht.

Wir setzen unsere Fahrt zum Long Pond fort, an dessen Südspitze wir unseren RV parken und uns wandermäßig ausrüsten. Unser Ziel ist der 289 m hohe Mansell Mtn. Steile Granitstufen führen in die Höhe. Nach 50 Minuten erreichen wir einen sonnigen Aussichtspunkt, der schöne Felsen zum Sitzen anbietet und eine tolle Aussicht gen Westen gewährt. Wir genießen einige Zeit Aussicht und Sonnenschein, dann steigen wir weitere Meter auf bis zum wirklichen Gipfel. Am Gipfelkreuz gibt es leider keine Aussicht, also marschieren wir weiter. Ein weiterer Aussichtspunkt lässt uns in die andere Richtung schauen. Dann wählen wir den direkten Weg zurück zum Parkplatz, der uns über Felsen und schönen weichen Waldboden führt. In jedem Fall sind hier nicht so viele Menschen unterwegs. Die meisten Wanderer, denen wir begegnen, sind mit freundlichen Hunden (immer an der Leine) unterwegs.

Unser nächstes Ziel ist das Bass Harbor Head Lighthouse. Die Stichstraße zum Leuchtturm ist für RVs nicht zugelassen, also parken wir unweit der Abzweigung und marschieren die ½             mi zum Leuchtturm. Der Parkplatz am Leuchtturm ist voll, wir hätten also sowieso keinen Platz gefunden. Wir nehmen den Leuchtturm von Ost und West in Augenschein, dann tippeln wir zurück. Mittlerweile stauen sich die Autos vor dem Leuchtturm-Parkplatz. Ein Ranger sperrt nun die Zufahrt zum Leuchtturm ab.

Wir schlagen den westlichen Bogen über die Insel. Unser nächste Ziel ist der Teil des Acadia NP, der weiter östlich auf dem Festland liegt. Nach gut 1 h Fahrt erreichen wir den Campground, nur um festzustellen, dass die Ranger Station bereits geschlossen (vor 17:00!!) und der Campground angeblich voll ist. Den Loop auf der Halbinsel dürfen RVs nicht befahren! Also entscheiden wir uns, dem (un)gastlichen Ort den Rücken zu kehren und nehmen Fahrt in nördliche Richtung auf. Kurz vor Steuben ist ein Campground ausgeschildert, der Ausschilderung folgen wir und finden eine nette Campsite am Meer. Leider ist gerade das Wasser weg und die Mücken umschwirren das „Frischfleisch“!

Der Sonnenuntergang performt nichtsdestotrotz hübsch rot. Das Abendessen kommt heute schnell auf den Tisch, denn der eingefrorene Schwertfisch kommt begleitet von Reis und Rosenkohl auf den Tisch. Lecker! Nach dem Essen zelebriert Jan ein Lagerfeuer, daneben läuft das Wasser in der Bay auf.

Montag 14.10.2019 Steuben – Bangor

Wetter             heiter – wolkig, 15 °C
Fahrzeit           6,0 h

Als wir die Augen aufschlagen, finden wir uns ganz alleine auf dem Campground wieder. In der Bay läuft das Wasser ab, aber die Bäume spiegeln sich noch. Jan wirft den Generator an für den Toaster, da sich der Stromanschluss nicht wirklich benutzen lässt bzw. die Sicherung streikt. Die kleinen Fliegen mit weißem Polster fliegen schon wieder.

Die Heizung hat zwischenzeitlich eine angenehme Temperatur hergestellt, denn um 7:45 war es ganz schön frisch. Diese Nacht verbrachten wir kostenfrei, denn es ist keiner da, der Geld eintreiben möchte. So entsorgen wir nur noch unseren Müll und fahren weiter nach Norden.

Wir wählen überwiegend die Küstenstraße, auch wenn die Küste nur selten zu sehen ist. Meist durchfahren wir bunten Wald und dann auch bezaubernde knallrote Heidelbeerfelder, an deren Rand die bunten Bäume besonders hübsch aussehen. Einige Heidelbeerfarmen begleiten unsere Fahrt. In Machias legen wir einen Einkaufsstopp ein, dann fahren wir bis zur West Quoddy Head Lightstation durch.

Der Leuchtturm steht schön rot-weiß geringelt vor uns. Leichte Nebelschwaden schweben übers Meer. Unweit befindet sich die Grenze zu Kanada. Der Leuchtturm arbeitet noch, nur im Leuchtturmwärterhaus befindet sich heutzutage ein Museum.

Der nächste Ort zum Leuchtturm ist Lubec – der nördlichste Punkt unserer Tour. Dort ist wirklich der Hund begraben. Alle Läden, Cafés und Restaurants closed for the season, die Straßen sind menschenleer. Also lassen wir die Kaffeepause ausfallen und verlassen den Ort in südlicher Richtung.

Das Navi leitet uns über die US1 oder US1A und kurz vor Ellsworth biegen wir auf die 182 ab, die sich für hiesige Verhältnisse als wildromantisches Sträßchen entpuppt. Bunte Bäume und kurvenreiche Straßenführung bringen uns nach Ellsworth. Nun biegen wir endgültig ins Landesinnere ab. Leider haben wir immer noch keinen Lobster erstehen können, immerhin liegen bereits Scallops im Kühlschrank.

Kurz nach 17:00 nehmen wir die erste Campground-Ankündigung wahr. Wir folgen der Ausschilderung und landen einige Meilen vom Highway entfernt auf einem ruhigen pragmatischen Campground nahe Bangor.

Die Spaghetti mit Scallops zum Sattessen schmecken fantastisch, was sich direkt auf unseren Schnapsvorrat niederschlägt.

Dienstag 15.10.2019 Bangor – White Mountains National State Forest

Wetter             heiter, 15 °C  
Fahrzeit           5,0 h

Heute liegt vor allem Fahrstrecke vor uns. Über allem lacht die Sonne!

Jan erwischte versehentlich das falsche Bethel, nämlich statt Maine in New Hampshire, also brausten wir einige Km zu weit in den Süden. Mit einem Umweg von einigen Km brachte uns das Navi nach Eingabe des richtigen Ziels dann auf Spur.

In jedem Fall begleitet uns schier endloser bunter Wald in ständigem leichtem auf und ab – also landschaftlich reizvolle Strecke. Bald kommen die Ausläufer der White Mountains in Sicht.

Zwischendurch sorgen wir mit einem Zwischenstopp am Supermarkt für unser leibliches Wohl, damit ist das Abendessen der nächsten Tage gesichert.

Kurz vor 15:00 versuchen wir auf die Mt. Washington Road einzufahren. Der freundliche Ranger schickt uns wieder zurück, da RVs auf dem windigen Sträßchen nicht zugelassen sind. Er schickt uns mit einem Gutschein für eine Van-Tour zum Gipfel zum Visitor Center. Die nächsten freien Plätze gibt es um 15:45, die nehmen wir.

Die Tour dauert 2 h, inkl. 1 h Aufenthalt auf dem kalten zugigen Gipfel in etwa 2.100 m Höhe. Wir nutzen die Zeit, um uns winterfein auszustatten. Lange Unterhosen, Fleece, Regenjacke und so. Die Bergstraße ist in der Tat recht schmal und windet sich aussichtsreich den Berg hinauf. Bereits einige Höhenmeter unterhalb des Gipfels überzieht Raureif die Grasbüschel. Am Gipfel selbst wachsen die Eiskristalle in Windrichtung. Das alte Visitor Center ist mit dicken Eisenketten gegen Wind und Wetter gesichert. Wir sind tatsächlich froh uns warm eingepackt zu haben. Lediglich in sonnigen windstillen Ecken lässt es sich gut aushalten. Am Gipfelkreuz steht eine Fotoschlange! mitten im eisigen Wind. Direkt daneben befindet sich das Tip Top House – ein altes Hotel, heute als Museumshotel offengelassen. Auf uns wirkte das Haus aus Trockenmauern heimelig. Die Baumgrenze liegt weit unter uns, lediglich karger alpiner Bewuchs hat in diesen Bedingungen eine Chance. In jedem Fall haben wir eine super 360° Rundumsicht. Die benachbarten Berge wurden ebenfalls nach ehemaligen Präsidenten benannt. Das endlose bunte Laub weiter unten beeindruckt vor allem ob seiner Fläche.

Gegen 17:45 steigen wir wieder ins Auto und steuern den nächstgelegenen Campground an. Was wenige Meilen später gelingt im National State Forest (NSF) gelingt. Sehr schöner Campground, jedoch ohne Einrichtungen für RVs. Immerhin gibt es Plumpsklos und eine Wasserpumpe. Das Essen steht auch bald auf dem Tisch. Hühnerbrust in Gorgonzola-Sauce, Kartoffeln und Salat dazu Malbec. Was wollen wir mehr?!? 

Mittwoch 16.10.2019 White Mountains NSF ff.

Wetter             bewölkt, 16 °C          
Fahrzeit           3,0 h

Die Nacht hatte einige Aufreger für uns. Am Dach war einiges los. Wir vermuten, dass Waschbären ihr Unwesen trieben. Für uns hörte es sich an, als ob sie sich zu uns durchgraben. Weder lautes Wummern noch andere Aktivitäten konnten sie nachhaltig verscheuchen, aber irgendwann waren sie es wohl leid und es kehrte Ruhe ein.

Der Morgen ist ziemlich kalt. Die Heizung läuft und läuft und läuft … bevor wir uns aus dem Bett schälen. Von den nächtlichen Aktivitäten auf dem Dach ist nichts zu sehen. Der Generator verhilft uns zu getoastetem Brot. Nachbarn, die sich beschweren könnten, haben wir keine.

Kurz vor 10:00 sind wir zur Abfahrt bereit. In Pinkham Notch bekommen wir eine Übersichtskarte über den Park sowie Hinweise für den einen oder anderen kurzen Trail. Wir wählen den kurzen Hike zu den Glen Ellis Falls, der aus 20 m Höhe hinunterfällt.

North Conway soll ein Bergdorf sein, das keine Wünsche offen lässt. Von Dorf können wir nichts entdecken. Es handelt sich eher um ein Straßenkaff, dass einige Shoppingmalls bereithält. Heute shoppen nur wenige Kauflustige, die meisten Geschäfte sind geschlossen. Im Winter tobt hier sicher der Bär, denn einige Skigebiete befinden sich nahebei. Immerhin finden wir ein Café mit ordentlicher Kaffeemaschine und einen REI. Den REI betreten wir eigentlich nur, um ein kleines Handtuch zu erstehen und kommen mit Mantel, Weste, u.v.a.m. wieder hinaus.

Nun wenden wir uns dem Kancamagus Hwy zu, der landschaftlich sehr reizvoll sein soll. Wir nutzen fast alle Sightseeing Points bis zum Kancamagus Pass. Einige Wasserfälle und Kaskaden ziehen uns in Bann. Das bunte Laub sowieso, angeblich wird starker Wind bis morgen alle Blätter heruntergeholt haben. Schauen wir mal!

Kurz vor 17:00 suchen wir uns einen netten Platz im Hancock Campground – sehr basic und ohne Facilities. Immerhin gelingt es Jan Feuerholz zu erstehen.

Auf dem Speisezettel steht Spaghetti Bolognese begleitet von Salat mit Blue Cheese-Sauce. Alles sehr schmecklich. Der Malbec passt jedenfalls sehr gut dazu. Bald brennt das Lagerfeuer, da können wir in die züngelnden Flammen träumen.  

Donnerstag 17.10.2019 White Mountains NP – Shelburne

Wetter             regnerisch, 12 °C       
Fahrzeit           5,0 h

In der Nacht stürmte und regnete es ordentlich. Am Morgen liegen große tote Äste um den Camper, die Straße ziert ein bunter Blätterteppich. Vor unserem Camper turnt ein Streifenhörnchen. Der Himmel sieht überraschenderweise freundlich aus – zumindest kurzfristig.

Nach reichhaltigem Frühstück nehmen wir gegen 10:00 Fahrt auf. The Flume steht als erstes auf der To-do-Liste. Schon als wir durch Lincoln fahren, stutzen wir. Alle Ampeln sind aus, nirgends brennt Licht. Am The Flume bewahrheitet sich unsere Vermutung. Stromausfall! Die Gorge ist geschlossen! Wir fahren weiter zum Parkplatz für The Basin. The Basin kann man eintrittsfrei besuchen. Der Regen macht gerade Pause, also stiefeln wir los. Eine Unterführung bringt uns auf die andere Seite des Highways, dort erwartet uns ein Schild zur Little Flume, dem wir natürlich folgen.

Diese kleine Gorge ist ganz nett, kann natürlich ihren großen Bruder nicht ersetzen. The Basin jedoch entpuppt sich als netter Granitpool gespeist von einem kleinen Wasserstrudel. Wir folgen dem Bach weiter und werden mit netten Kaskaden und einem kleinen Wasserfall belohnt. Nun setzt wieder Regen ein. Als wir am Camper eintreffen, entdecken wir, als Jan ein anderes T-Shirt anziehen möchte, dass 2 seiner T-Shirts völlig kaputt sind. Wir glauben, dass wir einen kleinen tierischen Bewohner in der Klappe hatten, der die Freiheit gesucht hat. Dies war wohl der Lärm der vorletzten Nacht! Wir räumen alles aus, können jedoch keine weiteren Schäden entdecken, geschweige denn den Übeltäter. Wir räumen trotzdem unsere Klamotten um. Vermutlich hat unser Hitchhiker bereits einen Weg ins Freie gefunden.

Wir nehmen die Fahrt gen Burlington im strömenden Regen auf. Bis Waterbury brausen wir durch. Ben & Jerry’s Ice-Cream Factory nötigt uns einen Stopp auf. Die Factory steckt voller Menschen. Alle 15 Minuten startet eine Tour durch die Produktion. Wir kaufen um 15:00 ein Ticket für die 15:30-Tour, also Zeit genug, um sich in die Schlange für den Eisverkauf zu stellen. Das Hörnchen wird mit 2 Kugeln nach Wunsch ausgeliefert, für uns bedeutet dies Eis satt. Die Tour besteht aus einem Video zur Geschichte der Company und einem Beobachtungsplatz über der Produktion, deren Schritte erklärt werden. Am Ende gibt es wiederum ein Probiereis. Uns reicht es jetzt wirklich mit Süßkram.

Wieder im Camper suchen wir einen Campground nahe Burlington für die Nacht. Wir finden schließlich wenige Meilen südlich von Burlington einen Campground in Shelburne, dem wir uns telefonisch ankündigen. Nach 30 Minuten Fahrt erreichen wir den Campground, leider ist das Office bereits geschlossen, so nehmen wir einen der aushängenden freien Plätze. Es regnet nach wie vor Bindfäden.

Sobald wir stehen, läuft die Heizung an. Nach den Feierabendbieren (Bier für Jan, Cider für Gabi) beginnen die Vorbereitungen fürs Abendessen. Reis, grüner Spargel und Shrimps schön pikant. Der kalifornische Sauvignon-Blanc ist dazu auch nicht zu verachten.

Wir setzen unsere gestern begonnene Partie Tridom fort.

Freitag 18.10.2019 Shelbourne – Killington

Wetter             bewölkt, 10 °C          
Fahrzeit           4,0 h

Die Nacht war stürmisch und nass. Wir schälen uns erst gegen 8:30 aus den Federn. Bis wir geduscht und gefrühstückt haben, zeigt die Uhr bereits 10:30. Ein bisschen Maintenance an unserem Camper muss auch noch sein (Black und Grey Water, Frischwasser). Also nehmen wir gegen 11:00 endlich Fahrt auf.

Als erstes wenden wir uns nach Burlington. An der Waterfront ist uns sogar der Parkplatzengel hold. Die Parkuhr entdecken wir erst bei unserer Rückkehr. Wir spazieren am Lake Champlain durch den Waterfront Park begleitet von kaltem Wind. Die Anleger sind leer, die Boote wurden alle schon aus dem Wasser geholt und winterfertig eingepackt, auf dem See sorgt der Wind für Welle. Am gegenüberliegenden Ufer liegen dunkle Berge im State New York.

Downtown liegt lediglich 5 Minuten Fußweg entfernt. Eine schöne fußläufige Zone mit Bäumen und bei Sonnenschein sicher auch mit Straßenmusikern liegt vor uns. Nette Geschäfte in ansprechender Architektur reihen sich aneinander. Wir vollenden unseren Loop durch eine hübsche Allee parallel zur Waterfront.

Wir verlassen Burlington in südlicher Richtung mit einem kurzen Abstecher zu Shelburne Farms, dessen Anwesen die Familie Vanderbilt Webb inklusive einer arbeitenden Farm am Ufer des Lake Champlain schuf. Wir kommen über den Farm-Store nicht hinaus, da wir keine Lust haben an Touren teilzunehmen oder Eintritt zu zahlen. Das Anwesen ist vom Parkplatz aus leider nicht zu sehen. Dafür findet Jan schon mal einen Vermont Geocache quasi vor der Farmtür.

Weiter geht es bis vor die Tore von Middlebury, das die Hochburg der Vermonter Cider- und Bier-Produktion sein soll. Deshalb lassen wir uns eine Cider Verkostung bei der Woodchuck Cidery nicht nehmen. Die Cider-Tour gibt es Selfguided inklusive. Wir verkosten 8 verschiedene Cider, die alle lecker und unterschiedlich schmecken. Am Ende darf ein Sixpack des klassischen Hard Ciders mit.

Über die Green Mountains führt ein wildromantischer kurvenreicher Highway. An den Texas Falls legen wir einen Zwischenstopp ein, der es in sich hat. Der Wasserfall ist zwar nicht hoch, aber aufgrund der letzten Regenfälle rauscht er gewaltig durch seinen schmalen Felskanal. Sehr beeindruckend. Hancock ist jetzt schnell erreicht und wir nähern uns dem Tagesziel Killington, das größte ost-amerikanische Skigebiet, das sich gerne mit Vail vergleicht. Kurz vorm Ort finden wir im Gilford Woods State Park eine Campsite. Jan staffiert sich mit Feuerholz aus, das nach dem Abendessen brennen darf. Die Wärme des Feuers braucht’s auch und für die feuerabgewandte Seite warme Klamotten, denn es kühlt ziemlich ab.

Samstag 19.10.2019 Killington – Manchester

Wetter             sonnig, 14 °C 
Fahrzeit           3,0 h

Der Morgen begrüßt uns eisekalt. Jan möchte noch schlafen, aber Gabi steht schon mal auf. Es ist kurz nach 8:00. Das Geklapper holt auch Jan aus dem Bett. Der Himmel strahlt blau, die Hörnchen sammeln eifrig.

Wir starten vor 10:00 in den Tag. Den Ort Killington suchen wir vergebens. Wir finden lediglich Hotels, Stores und Liftstationen. Mit dem Snowshed Sessellift fahren wir hoch – zusammen mit Mountain Bikern. Am Seil hängt immer abwechselnd ein Sessel gefolgt von einer MTB Halterung. Die oberen Pisten sind bereits weiß. Für Wanderer und Biker führen getrennte Wege ins Tal. Wir wandern teilweise über die Piste und Wald hinunter zur Station.

Unser Weg führt uns weiter östlich über Woodstock zur Quechee Gorge. Woodstock hat nichts mit dem legendären Konzertort zu tun, nichtsdestotrotz tummeln sich dort viele Touris. Die Hauptstraße säumen Souvenirläden. Wir stauen uns so durch. Vor der Brücke über die Quechee Gorge gibt es einen Parkplatz, auf dem wir einen Platz für unseren Camper finden. Auf der Brücke gibt es Fotografier-Löcher im Zaun. Die eine Seite sieht recht spektakulär aus, auf der anderen Seite kommt der Fluss eher ruhig daher. Wir folgen dem Trail bis zum Fuße der Schlucht. Über einige Felsen gehopst ergeben sich nette Fotos. Wir wandern zurück zum RV und setzen unsere Fahrt fort.

In Weston halten wir wieder. Der kleine Ort hat einiges aufzuweisen. DEN Vermont Country Store, das älteste Theater Vermonts, eine Mühle und einen Wasserfall. Der Parkplatz hinter dem Country Store ist gesteckt voll. Im Café neben dem Country Store genehmigen wir uns einen Macchiato in der Sonne, daneben entdecken wir Schönes aus Glas. Der Country Store entpuppt sich als echtes Highlight, sogar Jan kommt auf seine Kosten. Er probiert sich durch Maple Sirup, Cheddar und Kekse, während Gabi das Warenangebot in Augenschein nimmt. Letztendlich finden beide Dinge, die unbedingt mit müssen.

Wir fahren weiter nach Manchester. Von einem Campground weit und breit keine Spur. Der nahe gelegene State Park ist bereits geschlossen und der private Campground kurz davor eigentlich auch. Das Eingangsschild sagt zwar „we’re open“, aber alle Einrichtungen sind bereits winterfertig. Wir suchen uns einfach einen Platz und parken ein. Einige Zeit später kommt die Besitzerin vorbei, wir zahlen US$ 20 auf die Hand und dürfen bleiben. Jan mault zwar, aber gelegentliche Internet-Wellen stimmen ihn wieder versöhnlich.

Zum Abendessen wandern Huhn und Gemüse asiatisch zu Reis in die Pfanne. Wir lassen es zusammen mit dem Sauvignon Blanc lecker schmecken. Mit Tridom beschließen wir den Abend.  

Sonntag 20.10.2019 Manchester – Lanesborough

Wetter             heiter bis wolkig, 17 °C        
Fahrzeit           3,0 h

Der Morgen weckt uns hübsch kalt. Als erstes stellen wir die Heizung an, klettern wieder ins Bett und warten bis es wärmer wird. Vor 8:00 fallen wir aus dem Bett. Zum Sonntagsfrühstück gibt es Spiegeleier.

Um 9:30 verlassen wir den einsamen gastlichen Ort. In Manchester stellen wir uns auf den Parkplatz vom Orvis Store. Die Orvis Company wurde 1856 gegründet, um Equipment fürs Fly Fishing herzustellen. Gegenüber befindet sich das American Museum of Fly Fishing, das um 10:00 öffnen soll. Tatsächlich wird um 10:15 aufgeschlossen. Mittlerweile warten einige potentielle Museumsbesucher vor der Tür. Uns interessieren vor allem die Fliegen. Im Store erstehen wir dann welche, die wir Hartmut mitbringen wollen.

Am südlichen Ortsrand biegen wir ins Hildene ab, bei dem es sich um Wohnhaus und Farm von Abraham Lincoln handelt. Die Farm wird nach wie vor bewirtschaftet, das Haus als Museum weitergeführt. Man darf sich auf dem gesamten Gelände und im Haus frei bewegen. Als zusätzliches Schmankerl gibt es einen alten original restaurierten Luxus-Bahnwagen – den Sunbeam von Pullmann. Ein schönes Stück.

Uns zieht es weiter in den Süden. Wir wollen den Mt Equinox Skyline Drive befahren, aber leider sind auf der Privatstraße RVs wieder mal nicht zugelassen. So setzen wir die Fahrt gen Süden fort, die uns über Williamstown in den Mt Greylock State Reservation Park mit dem höchsten Berg Massachusetts den Mt Greylock mit 1.170 m bringt. Eine kleine gewundene Straße führt wildromantisch durch den bunten Wald auf den Berg. Der Parkplatz oben ist fast voll. Wir finden im letzten Eckchen einen Parkplatz für unser Gefährt. Auf der Kuppe befindet sich der 30 m hohe War Memorial Tower, den man über eine schmale Wendeltreppe besteigen kann, um das 360°-Panorama zu bestaunen.

Während der Abfahrt vom Mt Greylock beginnt es leise zu regnen. Wir beschließen den restlichen Nachmittag in North Adams im MASS MoCA (Massachusetts Museum of Contemporary Art) zu verbringen. Das riesige Museum wurde 1985 in den verlassenen Gebäuden der Sprague Electric Campany untergebracht. Mit US$ 31 Mio. wurde das Gelände modernisiert und in eine riesige Galerie verwandelt – mit etwas morbidem Charme, wie wir finden. Aber es hat was. Riesige Installationen können hier ausgestellt werden. Unser kurzer Besuch konnte uns lediglich einen Eindruck verschaffen. Manches war wirklich cool, mit anderem konnten wir nicht so viel anfangen.

Anschließend nehmen wir Fahrt auf zum ausgewählten Campground in Lanesborough kurz vor Pittsfield. Etwas schwierig zu finden, aber offensichtlich an der 2. Auffahrt zum Mt Greylock gelegen. Der Campground liegt schön unter Bäumen mit allem was wir brauchen. Strom, Wasser, WLan und einer Laundry. Housekeeping ist auch mal wieder dran. So bleibt keine Zeit zum Spielen.

Montag 21.10.2019 Lanesborough – New Milford

Wetter             sonnig, 17 °C 
Fahrzeit           4,0 h

Sonnenschein am Morgen, das verspricht ein schöner Tag zu werden. Wir kommen erst spät los, denn vor dem Verlassen des gastlichen Ortes tanken wir Gas und Dumpen. So starten wir gegen 10:30 in den Tag.

Stockbridge begrüßt uns mit dem angekündigten Postkarten-Image. Der RV findet einen schönen Platz an der Main St. Wir laufen die Main St rauf und runter. Nette Häuschen finden sich hier. Der 1. Touri-Bus ist auch schon angekommen. Die Läden überzeugen uns jetzt nicht so sehr. Uns zieht es weiter gen Süden.

In Great Barrington finden wir ebenfalls einen netten Parkplatz an der Straße, direkt neben dem Zugang zum hoch gepriesenen River Walk. Entlang des Housatonic River verläuft der hübsche friedliche River Walk in 2 Teilen. Zurück zum Auto wählen wir den Weg an der Main St. Nette Fassaden und Läden reihen sich auf. Jan versucht sich an 2 Geocaches, wobei er den am River Walk hebt, der andere bleibt unentdeckt.

Weiter geht es nun in den Bash Bish Falls State Park. Die Anreise erscheint erst mal verzwickt, aber das Navi löst das Thema optimal. Wir wählen den Zustieg von Massachusetts zum Fall, der steiler ausfällt als der von der New York State Seite. Der Fall fällt malerisch geteilt von Bouldern in den Pool, um ihn herum leuchtet das bunte Laub. Für Maler ist dies angeblich ein gesuchter Spot, das können wir direkt nachvollziehen. Auf der New York State Seite verlassen wir den State Park. Weiter im Süden stoßen wir wieder auf die US7.

In West Cornwell zieht uns eine alte Covered Bridge in ihren Bann. Befahren können wir sie nicht, da unser Dach zu hoch ist. Der Housatonic River fließt malerisch in schönstem Licht unter ihr durch.

Unser Sightseeing Programm beenden wir kurz vor 16:00 für heute. Wir stellen uns nun vor, schnell den nächsten Campground zu erreichen und in unseren Campingstühlen vor dem Camper mit Bieren in der Hand den Sonnenuntergang zu genießen. Aber leider ist der Teufel am Werk. Die State Parks sind bereits geschlossen und die wenigen privaten Campgrounds auch. In Kent fragen wir in einem Liquor Store nach Camp Möglichkeiten. Wir werden beschieden, dass auf Walmart Parkplätzen Übernachtung geduldet wird. Vom nächsten Walmart trennen uns 20 Minuten Autofahrt. Aber nach 2 h rumgurken nehmen wir auch das. Mit hereinbrechender Dunkelheit erreichen wir den Walmart. Zur Vorsicht fragen wir den Manager on Duty um Erlaubnis. Immerhin parkt bereits ein weiterer RV auf dem Parkplatz, der offensichtlich auch die Nacht hier verbringen möchte. Welch idyllischer Ort! Heute Abend mag sogar Gabi zugezogene Vorhänge!

Dienstag 22.10.2019 New Milford – New London

Wetter             bewölkt, abends Regen, 14 °C          
Fahrzeit           4,0 h

Irgendwie ist der Walmart Parkplatz ja auch wieder witzig. Zumindest war die Nacht relativ ruhig und mild. Gegen 10:00 verlassen wir den idyllischen Ort mit dem Ziel des nahe New Haven liegenden Campgrounds. Telefonisch war leider niemand zu erreichen.

Nach 1 ½ h Fahrt durch überwiegend bunte Bäume biegen wir auf den Campground ab. Wie sich nun herausstellt, ist er leider voll – aber immerhin noch offen. Nach einigem hin und her reservieren wir Online auf einem KOA Campground nahe New London für die nächsten 2 Nächte. Wir fahren direkt hin und nehmen unsere Campsite in Besitz.

Den Nachmittag verbringen wir in New London, dessen Waterfront District wir bereits auf der Herfahrt erforschten. Aber einige alte Häuser und ein Geocache für Jan sind noch übrig geblieben. Für Gabi realisiert sich der Kaffeewunsch leider nicht, alle Cafés sind geschlossen. Die kurze Gasse gesäumt von renovierten Seemannshäusern zeigt wirkliche Puppenstube auf und das sogar bewohnt. Auf dem Weg aus dem Ort passieren wir 4 repräsentative weiße Häuser ehemaliger Wal-Öl-Verkäufer. Alle 4 wurden renoviert und werden gewerblich genutzt. Jan hebt im benachbarten alten Friedhof einen Geocache, dann fahren wir auf die andere Seite der Themse nach Groton. Vor Groton in der Mündung der Themse liegt ein weiterer historischer Leuchtturm das New London Ledge Lighthouse. Sehr hübsch vor der Küste gelegen.

Nun kehren wir endgültig zum Campground zurück. Jan facht das Lagerfeuer an, denn dies wird die letzte Gelegenheit des Urlaubs sein. Leider beginnt es nach etwa 1 h leise zu nieseln. Dem Feuer kann der Regen zwar nichts anhaben, wir ziehen uns jedoch lieber ins Trockene zurück. Gabi geht Duschen, Jan beginnt mit den Essensvorbereitungen. Der Kühlschrank wird von mal zu mal leerer, unsere Vorräte schwinden. Das ist auch gut so. Nach dem Essen killen wir den letzten Schluck aus der Sigg-Flasche, dann setzen wir uns ans Feuer.

Mittwoch 23.10.2019 New London – New Haven

Wetter             sonnig, 20 °C 
Fahrzeit           Auto 1,0 h, ½ h Bahn

In der Nacht schüttet es wie nichts Gutes. Aber am Morgen ist alles wie weggewaschen. Blauer Himmel wohin wir schauen. Die Temperatur ist ebenfalls nett. Sogar die Nacht war ziemlich warm. Wir genehmigen uns ein kurzes Frühstück, dann noch Dumpen, schon sind wir auf dem Weg zur Old Saybrook Station.

Am Bahnhof finden wir einen hübschen Parkplatz. Uns bleibt reichlich Zeit um das Ticket zu kaufen, denn die Bahn fährt erst um 10:55. Sie steht jedoch bereits um 10:15 zum Einsteigen bereit am Bahnsteig. Also nehmen wir schon mal Platz im Waggon. Der Zug fährt pünktlich ab. 2 Kontrolleure haben ihre Passagiere fest im Griff, denn sie kontrollieren immer genau die Zugestiegenen. 45 Minuten später steigen wir in New Haven State St Station aus. Nur wenige Blocks trennen uns vom New Haven Green und der Yale University.

Um das zentrale Green befinden sich 3! Kirchen. Früher beherbergte das Green einen Friedhof. Die meisten Gräber wurden zwischenzeitlich auf einen anderen Friedhof umgezogen. Bei Renovierungsarbeiten auf dem Green fand man mindestens hundert Skelette. Wie viele wohl noch dort ruhen?!? Wir scharwenzeln durch das Yale Viertel inkl. der Beinecke Rare Book & Manuscript Library. Die meisten Universitätsgebäude könnten als Kulisse für Harry Potter gedient haben. Die Beinecke Library jedoch wirkt dagegen hypermodern. In ihr lagern wertvolle Dokumente – von der Gutenberg Bibel über Schriften von Goethe bis Beethoven. Der fensterlose Kubus besteht aus Beton und Marmor, die Bücher und Manuskripte werden zudem hinter Glas wohltemperiert gehalten. Durch den Marmor scheinen einige abgedunkelte Sonnenstrahlen, je nach Tageszeit gibt es ein anderes Licht. Sehr eindrucksvoll!

Um 14:00 schließen wir uns einer Führung durch das Yale Viertel an, die ein Student vornimmt. So kommen wir auf den Campus, in den Innenhof eines College und in die Bibliothek. Unser Führer betreibt dies sehr engagiert und informativ. Im Innenhof des College geraten wir in die Live-Darstellung eines Kunststudenten, der uns als Gruppe mit dem zusammengerechten Laub inszeniert. Wir werden somit Teil einer Installation! Die Führung dauert statt 1 h kurzweilige 1 ½ h. Zum Abschluss landen wir in einem Teil, dessen Gebäude moderner wirken. Fast im Stil von Hundertwasser – nur eckig. Unser Führer wohnt in einem dieser Gebäude und berichtet, dass keine der Wände im 90°-Winkel zueinander stehen, wodurch die Räume interessante Formen annehmen. In direkter Nachbarschaft befindet sich ein Shop, in dem wir Yale-Souvenirs erwerben können. 2 T-Shirts wechseln den Besitzer.

Für weitere New Haven Highlights benötigen wir einen fahrbaren Untersatz, deshalb beschließen wir, mit der nächsten Bahn zurück zu fahren und in New London essen zu gehen. Mit dem 16:42 Zug kehren wir nach Old Saybrook zurück, ziehen uns um und fahren nach New London zum Restaurant On the Waterfront. Das hört sich schon mal vielversprechend an und liest sich auch so im Internet. Als wir ankommen, erfahren wir, dass am heutigen Tag nach 3 Monaten wiedereröffnet wurde, da das Restaurant bei einem Bootsunfall beschädigt wurde. So fällt der Blick über die Bay leider aus. Dem Essen schadet es nicht, es schmeckt fantastisch.

Gegen 20:00 parken wir auf unserer Campsite ein, jetzt darf auch Jan etwas trinken.

Donnerstag 24.10.2019 New London – New Jersey

Wetter             heiter, 20 °C  
Fahrzeit           5,0 h

Morgens um 8:00 ist die Welt noch in Ordnung … Wir stehen um 8:30 auf und verlassen gegen 9:45 den Campground auf der Küstenroute. Die Sonne scheint, es ist windstill. Schöne Spiegelungen im stillen Wasser begleiten uns.

Unser 1. Ziel ist der Lighthouse Park in New Haven. Der Park ist nett, der Leuchtturm, obwohl historisch, hässlich. Schöner Strand mit Muscheln zeichnen den Park aus. Hier steppt im Sommer sicher der Bär.

Wir fahren weiter nach New Canaan, wo das Glass House auf uns wartet. Unser oberstes Ziel ist es, der I15 auszuweichen, denn da sind RVs und Trailer nicht erlaubt. Durch einige Dörfer erreichen wir dann New Canaan gegen 14:00. Das Glass House auszumachen, fällt auch nicht ganz leicht. Unterhalb des Bahnhofs finden wir einen schönen Parkplatz für 2 h. Die Glass House Touren für heute sind ausgebucht, damit ist es schon gesehen. Der Shop zeigt einiges an nettem Design – auch solches, das wir bereits zu Hause haben.

Der Ort sieht nett aus, so schlendern wir die Einkaufsstraße entlang. An jeder Laterne hängt eine Figur für Halloween. Das sieht nach einem Familien-Wettbewerb aus. In einem italienischem Café nehmen wir einen guten Café! Mit Scone bzw. Bananenbrot.

Nun setzen wir unsere Fahrt zum Campground in New Jersey fort. Dies gestaltet sich leider etwas stauig. Aber schließlich beziehen wir um 17:30 unsere Campsite und schießen bei Büchsenlicht Fotos vom Hafen. Die Anfahrt nach Manhattan beträgt von hier lediglich 12 Minuten mit der Fähre. Das ist unschlagbar!

Bald werfen wir die Küche an, die letzten Vorräte wollen vernichtet werden. Beim Alkohol tun wir uns fast schon schwer.

Freitag 25.10.2019 New Jersey – New York

Wetter             sonnig, 20 °C 
Fahrzeit           Fähre 0,5 h

Wir stehen früh auf, da wir die 9:00 Fähre erwischen wollen. Wir stehen auch rechtzeitig am Anleger, um dann festzustellen, dass wir auf dem falschen Fahrplan geguckt haben, nämlich dem von Manhattan aus. Wir genießen in der Wartezeit das schöne Licht. Also einfacher und schneller kann man wirklich nicht nach Manhattan in die Nähe der Wall St kommen.

Am Charging Bull wartet bereits eine kleine Schlange. Die paar Minuten nehmen wir in Kauf, dann sind wir auch an der Reihe. Die Metro bringt uns zum Union Square, auf dem wir Ghandi einen Besuch abstatten. Außerdem findet gerade Markt statt mit einigen schönen Ständen – sogar ordentliches Brot könnte man kaufen. Wir folgen dem Broadway über den eingerüsteten Flatiron zu Macy’s. Dem Traditionskaufhaus statten wir einen kurzen Besuch ab. Gabi interessiert aus alter Verbundenheit immer wieder, wie sich die Warenhäuser und deren Warenpräsentation entwickeln. Wegweisende neue Konzepte können wir nicht feststellen, so verlassen wir das Haus schnell wieder.

Am Time Square tobt wie zu jeder Tageszeit der Bär. Die Treppe sitzt voller Menschen und wir mitten drin. Jan stärkt sich mit einem Hot Dog, dann schlendern wir weiter zum Central Park. Hier lässt es sich schön verweilen. Einige Bäume sind bereits bunt, die Squirrels sammeln fleißig Eicheln und anderes. Am Strawberry Field sammeln sich immer viele Leute sowie Musizierende. Beatles Klänge ertönen hier meistens zu Ehren von John Lennon. Fahrradfahrer, Jogger und Spazieren Geher beleben die Parkwege. Jan nimmt sich einiger Geocaches an. Nahe der Statue Alice im Wunderland neben dem kleinen See Conservatory Water, auf dem kleine Segelboote fahren, lassen wir uns gemütlich zu einem Kaffee in der Sonne nieder.

Im Bryant Park genehmigen wir uns mit vielen Feierabendgenießern quasi den „After Work Drink“. Im Park wir derzeit das Winter Ensemble aufgebaut, also Eisbahn und Buden, insofern kann der Park aktuell nicht wirklich genutzt werden. Nun denn, uns zieht der Hunger mittlerweile zum gewählten Restaurant nahe des Fähr-Anlegers, in dem Jan zu Steak und Gabi zu Hummer kommt.

Gegen 20:00 nehmen wir die Fähre zum Anleger Paulus Hook, der sich nur wenige Gehminuten vom Campground entfernt befindet. Wir genießen noch mal das nächtliche Manhattan, dann heißt es Packen und Putzen.

Samstag/ Sonntag 26./27.10.2019 Newark – Frankfurt

Wetter             sonnig, 17 °C 
Fahrzeit           2,5 h   
Flug                Abflug 18:00, Ankunft 6:00, Flugzeit 7:00  
Zeitdifferenz  5 h (1 h bleibt uns durch die Zeitumstellung erspart)

Der Wecker holt uns zeitig aus den Federn. Die Sonne scheint dazu. Wir frühstücken, schließen die Seesäcke und feudeln schnell durch den Camper.

Um 11:00 müssen wir den Camper mit leeren Grey- und Blackwater Tanks, vollem Gastank sowie ½ vollem Benzintank abgeben. Das Dumpen erledigen wir am Campground. Um den Gastank aufzufüllen, fahren wir zu einer U-Haul-Station. Der Benzinstand reicht noch aus, so dass wir uns damit nicht beschäftigen müssen. Gegen 10:00 schlagen wir bei der Vermietstation auf. Der Camper wird ohne Beanstandungen entgegen genommen. Nur für den Fahrdienst hätten wir bereits gestern telefonieren müssen, wenn es uns dann jemand gesagt hätte … Nichtsdestotrotz findet sich ein Fahrer, der unverzüglich vorfährt und uns zum Flughafen Newark chauffiert.

Den restlichen Tag bis zum Einsteigen verbringen wir am Flughafen bzw. nach dem Einchecken in der Lounge. Die Zeit vergeht flugs. Der Flug verläuft ruhig und wir landen sogar ½ h vor der offiziellen Landezeit – Schwanzwind macht’s möglich.

Den dicken Seesack finden wir bei der Sperrgepäck-Ausgabe wieder. Oh Schreck, er ist offen. Der amerikanische Zoll hat offensichtlich den Sack geöffnet, aber leider nicht richtig verschlossen. Wir ziehen zur Gepäckermittlung, dort kippen wir den Sack aus. Es sieht jedoch so aus, als ob alles vorhanden wäre. Draußen wartet bereits Elke auf uns, das nennt man wohl direkten Anschluss.

Fazit

Wir haben ziemlich genau 4.000 km zurückgelegt.

Das Wetter war recht gut. Es gab lediglich 1 Regentag, aber einige stürmische Regennächte, bei denen wir das Gefühl hatten gleich wegzuschwimmen. Die Temperaturen waren erwartungsgemäß nachts kühl bis frisch, tagsüber gab es einige T-Shirt-Tage, aber häufig war eine Jacke angebracht.

An der Küste wurde Hummer und noch mal Hummer angeboten. Da mittlerweile die Fangsaison beendet ist, stapeln sich die Hummerkäfige neben den Häusern. Nichtsdestotrotz bekam man überall und ständig Hummer. Die Küste hat uns etwas enttäuscht, da auch die Küstenstraße viel durch Wald führt. Zudem ist die Küste nicht so spektakulär und die Fischerdörfer sind eben amerikanisch, d.h. kennt man eines kennt man alle. Dem Vergleich mit Nova Scotia hält sie jedenfalls nicht stand.

An den Wochenenden waren für unser Gefühl viele Amerikaner unterwegs. Wie wir dann begriffen haben, handelte es sich um Kurzurlauber über Columbus Day (14.10). Im Anschluss an Columbus Day wurde für uns das Leben schwieriger, da die State Parks und auch viele private Campgrounds schlossen.

Wir haben nahezu jeden Tag lecker und abwechslungsreich gekocht, so dass für Fisch- und auch Fleischliebhaber gesorgt war. Sowohl Fisch als Fleisch waren von 1 a Qualität.

Den Indian Summer haben wir voll erwischt. Den Betrachter erschlägt schon allein die schier endlose bunte Fläche. In den White Mountains gab es einen Bruch, denn eine Nacht war kalt, stürmisch und regnerisch. Was zur Folge hatte, dass der Strom in dieser Region ausfiel und sehr viele Bäume ihre bunte Blätter abwarfen. Aber je weiter wir zurück in den Süden kamen, um so bunter wurde es wieder. Im Gegensatz dazu gab es im Central Park nur einige bunte Bäume, die meisten trugen noch ein grünes Kleid.

Die Streifen- und Eichhörnchen waren fleißig sammelnd unterwegs. Ansonsten haben wir kein Wildlife entdecken können.