Neuseeland / Australien 2015

Uns fehlte noch der Norden von Australien. Das lies sich gut mit einem Besuch bei Jan’s Schwester in Neuseeland verbinden. Für das Nothern Territory von Australien ist unser Sommer ideal. Dass wir damit auch noch zum Skifahren in Neuseeland kamen, war natürlich genial.

11.07.2015 – 12.08.2015

Flagge Neuseeland Flagge Australien

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Inhalt

Neuseeland Australien

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Reiseroute und Fotoalbum

Reiseroute Australien

Das Fotoalbum

Samstag 11.07.2015 Anreise

Flug                          Frankfurt 11.07. 22:00             – Singapur 12.07. 16:25
                                 Singapur 12.07. 19:45 – Christchurch 13.07. 09:30
Flugzeit                    12:25 h + 13:00 h
Zeitverschiebung      + 10 h

Wir stehen pünktlich vor dem Haus zur Abholung bereit. Nur Geduld, Elke kommt beizeiten. Auf der Autobahn herrscht erwartungsmäßig wenig Verkehr, so dass wir eine knappe ½ Stunde später am Flughafen aussteigen. Das Einchecken geht ebenfalls ratzfatz vonstatten, so bleibt uns reichlich Zeit in der Lounge.

Der Flieger startet pünktlich. Wir kuscheln uns nach dem Essen in unsere Betten der Business Class. Zum Frühstück werden wir wieder geweckt. In Singapur haben wir 3 h Aufenthalt. Also Zeit genug die Beine zu vertreten, dem Schmetterlingsgarten und der Lounge einen Besuch abzustatten. Im Flug nach Christchurch wiederholt sich das Prozedere: Essen, Schlafen, Frühstück.

Andrea und Leander stehen in Christchurch zur Abholung parat.

Montag 13.07.2015 Christchurch – Queenstown

Wetter             sonnig, warm
Fahrstrecke     483 Km
Fahrzeit           8 h

Andrea packt uns in ihren Hilux. Aber bevor wir Christchurch mit Ziel Queenstown verlassen, überfallen wir einen Merino/ Possum Laden. Im Fabrik-Verkauf werden wir tatsächlich zu vertretbaren Preisen fündig. Nun kann es los gehen. Mit Verlassen des Stadtgebietes wird das Verkehrsaufkommen deutlich übersichtlicher. Wir fahren durch Felder mit und ohne Vieh (also Schafe, Pferde, Kühe und Rotwild). Die Schneeberge zeigen sich bereits am Horizont. Durch die Berge führen wildromantische kurvenreiche Sträßchen. Gegen 18:00 erreichen wir die gebuchte Appartement-Anlage Pounamu in Queenstown.

Wir deponieren nur das Gepäck im hübschen Appartement, dann zieht es uns in die Stadt zum Essen. Der kleine Spaziergang in die Stadt tut gut nach dem langen Sitzen in Flieger und Auto. In der Altstadt finden wir ein nettes Restaurant. Danach wollen wir nur noch zurück ins Appartement, denn wir sind hundemüde. Also gleich ab ins Bett!

Dienstag 14.07.2015 Queenstown – Remarkables Ski Field

Wetter             teilweise sonnig, windig, kühl
Fahrstrecke     60 Km
Fahrzeit           1 ½ h
Ski Field         1.580 m – 1.950 m

Jan und Gabi sind bereits um 6:30 putzmunter. Mit Kaffee und Ingwertee halten wir es noch eine Stunde im Bett aus. Dann stehen wir auf und kaufen fürs Frühstück ein. Von Andrea und Leander noch keine Spur. Dafür performt die Sonne in glühendem Orange – ein echter Augenschmaus.

Kurz nach 9:00 fällt der Rest aus dem Bett. Gestärkt mit leckerem Frühstück nehmen wir den Skiverleiher in Empfang. Die Wahl des Skigebietes ist heute auf das Remarkables Skifield gefallen. Zwischenzeitlich sieht der Himmel nicht mehr so freundlich aus. Mal sehen, was der Tag so bringt. Zu den Bahnen im Remarkables Skifield führt eine windige und kurvige Piste. Kurz vor der Ausgabe der Halbtageskarten um 12:30 stehen wir fertig ausgerüstet oben. Ganz schön wuselig hier. 2 parallele Zauberteppiche werden von Groß und Klein gut genutzt. Dort gibt es sogar Warteschlangen! An allen anderen Liften kann man direkt durchgehen. 4 Sessellifte führen in die Höhe. Mehrere weiße Pistenbänder in unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad wollen abgefahren werden. Lediglich einer der Sessellifte verfügt über Fußstützen, die restlichen 3 sind nicht nur langsam, sondern die Füße baumeln frei. Zeitweise fegen ordentliche Böen über uns hinweg, die jedoch auch die Wolken beiseiteschieben. Abfahren mit Sicht ist schon irgendwie netter. Auffällig viele kleinere Kinder stürzen sich die gut präparierten Pisten hinunter. Übersichtlich und familienfreundlich würde das Skigebiet auch gut in ein deutsches Mittelgebirge passen. Der Service an den Liften ist außerordentlich freundlich. Wir arbeiten alle Lifte ab und bringen 22 Pisten-Km hinter uns.

Kurz vor 16:00 treten wir die Rückfahrt an. In Frankton kaufen wir für das Abendessen ein. Nun ist nur noch Entspannen und Relaxen angesagt.

Mittwoch 15.07.2015 Queenstown – Coronet Ski Field

Wetter             sonnig, winterlich zu warm
Fahrstrecke     40 Km
Fahrzeit           1 h
Ski Field         1.172 m – 1.626 m

Wir schlafen am heutigen Morgen sogar bis kurz nach 9:00. Jan holt Brötchen. Auch Andrea und Leander geben Lebenszeichen von sich. Dennoch frühstücken wir bis 11:00.

Die Wahl des Skigebietes ist auf Coronet Peak gefallen. Hierbei handelt es sich um das nächstgelegene Skigebiet von Queenstown. In der Nacht regnete es ordentlich, die Schneefallgrenze lag auf 1.400 m, das bedeutet, dass es auch im Skigebiet regnete. Demzufolge präsentieren sich die Pisten eisig. Außerdem erreicht kaum ein Sonnenstrahl nachhaltig die Pisten, so dass dieses vertrauensweckende Kratzen die Skifahrer den ganzen Tag begleitet. Gegen 12.00 steigen wir vom Carpark 4 in den Shuttle ein. Ein schneller Kaffee hilft uns über die Zeit bis 12:30, dem Beginn des Halbtages-Skipasses, hinweg.

Um die Base herum wuseln viele Skifahrer. Die meisten Sessellifte bieten keine Füße. Es gibt sogar genau einen Schlepper! Die Pisten präsentieren sich sehr gut präpariert – aber eben sehr hart. Die Pistenteile, die intensiv von der Sonne beschienen werden, sulzen dagegen auf. Im Laufe des Nachmittags werden auch die harten Teile griffiger. Jedoch lässt dieses Skigebiet die Sonne vermissen, die selbst an sonnigen Tagen nur ein Gastspiel gibt. Gegen 15:30 fahren wir zurück nach Queenstown.

Die restliche Power verpulvern wir auf der Eisbahn. Mit eigenen Schlittschuhen könnte man sogar völlig kostenfrei Schlittschuh laufen. Um 17:00 schließt die Bahn. Kurz davor retournieren wir die Leihschuhe. Relaxen im Appartement ist nun angesagt.

Gegen 18:30 starten wir wieder mit dem Auto in die Stadt. Eigentlich wollen wir zum Inder, aber dort ist alles besetzt, so dass wir zum benachbarten Mexikaner ausweichen. Auch sehr schmecklich. Zurück im Appartement beschließen wir den Abend spielend Partien Schwimmen und Uno Extrem bei wechselnden Siegern.

Donnertag 16.07.2015 Queenstown – Cardrona Ski Field

Wetter             wolkig, kalt, mit sonnigen Abschnitten
Fahrstrecke     120 Km
Fahrzeit           2,5 h
Ski Field         1.263 m – 1.869 m

Jan weckt um 8:00, trödelt dann aber in Sachen Geocaches herum. Um 10:30 sitzen wir dann endlich im Auto. Die Straße in Richtung Wanaka windet sich kurvig bergauf. An der Abzweigung zur Auffahrt ins Skigebiet endet der Asphalt. Die Piste liegt recht nass und matschig vor uns. Alle Nicht-4-Wheeler müssen Ketten aufziehen.

Auf dem Carpark C wird uns ein Parkplatz zugewiesen. Der Shuttle zur Base ähnelt einem Viehtransport. Die Fahrgäste stehen in einem offenen Anhänger. Im Skigebiet herrscht bereits großes Treiben trotz des nebligen Wetters. Die Pisten des Cardrona Ski Field sind gut präpariert und griffig. Snowboarder kommen hier voll auf ihre Kosten, denn ein riesiger Boarder Park mit Schanzen und Pipes wartet auf sie. Für die Skifahrer ist ebenfalls reichlich gesorgt. Obwohl es nur 5 Sessellifte gibt, erscheint das Skigebiet für hiesige Verhältnisse groß und weit verzweigt. Sogar Buckelpisten finden wir. Am frühen Nachmittag performt tatsächlich die Sonne für ca. 1 ½ h, so dass wir auch sehen können, wo wir hier heruntergleiten und die Skipisten hinführen. Erst gegen 15:30 gewinnen die Wolken wieder die Oberhand. Wir nehmen noch eine Abfahrt, dann steigen wir in den Shuttle zum Auto.

Auf dem Rückweg dürfen Jan und Leander geocachen und dies mit Erfolg. Zurück in Queenstown starten wir zur Shoppingtour. Andrea shoppt erfolgreich, sie kleidet sich Skiklamotten mäßig komplett neu ein und Leander bekommt ein Paar neue Skier. Da könnte der Skiurlaub doch jetzt erst richtig losgehen, oder?!

Den restlichen Abend haben Washer und Dryer in jedem Fall reichlich zu tun. Nebenbei verarbeiten wir die restlichen Lebensmittel zum Abendessen. Danach klopfen wir Karten – Leander wünscht sich Schwimmen.

Freitag 17.07.2015 Queenstown – Blenheim

Wetter             teilweise sonnig, tiefe Wolken und Regenschauer
Fahrstrecke     850 Km
Fahrzeit           12,5 h

Vor 8:00 klappt bereits die Tür. Andrea ist auf dem Weg Leanders Skier abzuholen. Wir stehen um 8:00 auf, packen unsere Klamotten zusammen und bereiten das Frühstück. Nach zügigem Frühstück verlassen wir mit Sack und Pack das Appartement. Gegen 9:30 sitzen wir zur Abfahrt bereit im Auto.

Sonniger Himmel verabschiedet uns aus Queenstown. Zum Remarkables Ski Field wälzt sich bereits eine Autokolonne. Wir jedoch fahren über Wanaka an die Westküste. Kurvige Straßen und bergige Landschaften mit Seen begleiten uns. Je näher wir der Küste kommen, umso höher türmen sich die Wolken, die ab und zu einen Regenschauer entlassen. In Fox Village am Fox Glacier kurz vor 14:00 gönnen wir uns eine Mittagspause. Im Café sind einige Tische besetzt. Trotz der ungemütlichen Jahreszeit gibt es einige Touristen. Wir wählen unser Menu, das bald serviert wird. Im strömenden Regen setzen wir unsere Fahrt fort. Weder die Gletscher noch der Mount Cook lassen sich blicken.

In Ross dürfen die beiden Jungs nach einem Geocache suchen. Es handelt sich hier um ein altes Goldgräber Ort, aber leider sind alle touristischen Einrichtungen geschlossen, so dass es sonst nichts zu tun gibt. Immerhin finden die Jungs erfolgreich die Schatzkiste. Und Beine vertreten ist ja auch ganz schön. Weiter geht’s bis Greymouth. Dort verlassen wir die Küste und zweigen über den Lewis Pass ins Landesinnere ab. Leider dämmert es bereits, so dass wir von der schönen Strecke nicht viel sehen können. Wider Erwarten quert kaum Wildlife die Straße. Gegen 18:30 legen wir den nächsten größeren Stopp in einem Kaff am Wegesrand ein, um zu Abend zu essen. Obwohl das Restaurant nicht so vielversprechend aussieht, schmecken die servierten Speisen gut.

Gestärkt nehmen wir nun die letzte Etappe in Angriff. Noch liegen etwa 4 Stunden Fahrt vor uns. Zumindest der Fahrer (auf diesem Stück Jan) muss wach bleiben, der Rest kann schon mal etwas Augenpflege betreiben. So erreichen wir gegen 22.00 Andreas Dome. Wie ein Ufo liegt das Haus am Hang. In der Dunkelheit ist noch nicht so viel zu sehen – mehr zu erahnen.

Die Viecher empfangen ihre ankommende Familie mit großem Hallo. Eine Freundin von Andrea hat Haus und Tiere „bewacht“. Nach einem Gute-Nacht-Drink fallen wir müde in die Betten.

Samstag 18.07.2015 Blenheim

Wetter             grau in grau, regnerisch, kühl
Fahrzeit           1 h

Für 10:00 wurde die Abfahrt angekündigt. Uns treibt es früh aus den Federn. Es reicht zumindest für einen Kaffee bzw. Tee. Andrea und Leander krabbeln um 9:45 aus ihren Betten. Das wird wohl eng für Leander pünktlich beim Fußballspiel anzukommen. Mit kurzen Hosen besteigt Leander das Auto. Alle anderen sind der Witterung (kühl und nass) entsprechend gekleidet.

Mit 5 Minuten Verspätung greift Leander ins Spiel seiner Mannschaft ein. Jan dokumentiert den sportlichen Einsatz fotografisch. Die restliche Spielzeit nutzen wir zum Frühstücken in einem Café in Blenheim. Pünktlich zum Abpfiff finden wir uns wieder bei den Fußballspielern ein. Für den Nachmittag stehen diverse Shopping Aktivitäten auf dem Programm. Am Abend soll eine Party steigen, für die muss in jedem Fall eingekauft werden. Außerdem will Gabi Possum-Wolle einkaufen. Dies gelingt in einem entsprechenden kleinen Center. Der Shop führt neben Wolle auch Stoffe, die ebenfalls gebeutet werden. Im benachbarten Merino-Shop findet sich auch noch ein Merino-Pullover und warme Strümpfe. Wenn das mal kein erfolgreicher Shoppingtag ist.

Zurück im Dome beginnen die Vorbereitungen für das abendliche Fest. Die Wolken fallen zwischenzeitlich so tief, dass sie um uns herum wabern.

Um 18:00 kommen die Gäste. Die meisten bringen was zu essen mit. Das Buffet ist also reich gedeckt. Wir lassen es uns gut schmecken. Kurz nach dem Essen wird die Sauna angeworfen und sobald sie genügend aufgeheizt ist, begeben sich die Meisten zum fröhlichen Schwitzen. Nach 2 Saunagängen finden sich alle wieder im Dome ein. Jan spielt Karten mit Leander und seinem Freund, der heute bei ihm übernachtet. Die Mädels unterhalten sich munter. Gegen 1:00 gehen wir schlafen.

Sonntag 19.07.2015 Blenheim – Picton

Wetter             sonnig, kühl
Fahrzeit           ¾ h

Gabi steht um 8:30 kurz auf, das nimmt Shiva zum Anlass hochzukommen und das Bett zu bevölkern. Sie genießt es offensichtlich beschmust zu werden. Jan verlässt bald das Bett, Gabi bleibt dagegen noch eine Weile lesend bei einer Tasse Tee im Bett liegen. Um 10:00 reicht es ihr dann auch. Erst mal kümmern wir uns um die Hinterlassenschaften des gestrigen Abends und gleich darauf um das Frühstück. Andrea krabbelt erst um 11:30 aus den Federn.

Hinter dem Haus führt ein Weg den Berg hinauf durch den Busch. Buffy begleitet uns. Bald überrascht sie uns mit einem toten Zicklein im Maul, das an geheimer Stelle für schlechte Zeiten verbuddelt wird. Wir folgen dem Weg entlang der Wasserleitung und den Wasserbehältern bis zum „Wasserfall“, dort endet der Weg – zumindest für uns, Buffy verschwindet im Unterholz. Zurück am Dome taucht auch Buffy wieder auf.

Gegen 14:30 brechen wir nach Picton auf. Dort unternehmen wir einen Spaziergang am Queen Charlotte Sound entlang bis zur Bob’s Bay. Die Hunde toben im Busch und springen ins Wasser. Die Jungs suchen (vergeblich) einen Geocache. Erst nahe des Parkplatzes werden sie bei einem 2. Geocache fündig. Im Marina-Café nehmen wir Bier, Cider, Tee und Pommes, die Kinder auch noch Chicken-Nuggets. Damit ist das Abendessen schon mal erledigt.

Den Abend vertreiben wir uns mit Kartenspielen. Leander hat sein Herz für Schwimmen und Schwarze Sau entdeckt.

Montag 20.07.2015 Blenheim

Wetter             sonnig, morgens Raureif, warm, spätnachmittags bewölkt und Schauer

Das war wohl eine frostige Nacht. Raureif wohin das Auge schaut.

Jan darf früh aufstehen, er hat Fahrdienst und bringt Leander zur Schule. Gabi bleibt einige Minuten länger liegen. Um 9:30 beginnt jedoch Andreas Yoga Kurs in der Jurte. Die darf frau sich natürlich nicht entgehen lassen. 5 weitere Yoga-Teilnehmer füllen die kühle Jurte. Der Gasofen schafft es nicht wirklich, das Zelt kuschelig aufzuheizen. Na ja, während des Yogas wird einem eh leidlich warm. Übung um Übung reiht sich flüssig aneinander. An die eine oder andere vermag Gabi sich auch noch zu erinnern aus ihrer Yoga-Zeit, die etwa 10 Jahre her ist. Buffy begrüßt uns am Ende der Stunde vor der Jurte, als ob wir Stunden weg gewesen wären. Über die sonnige Straße wandern wir zurück zum Dome.

Jan sitzt im Garten auf der Hollywood-Schaukel in der Sonne. Wir leisten ihm sogleich Gesellschaft. Ein hübscher warmer sonniger Platz. Die Hunde toben um uns herum, nur Florina, die Katze, fehlt. Die Katzenklappe hat sie zwar mittlerweile für sich entdeckt, aber so weit vom Haus entfernen, mag sie sich noch nicht. Jan greift ein und trägt sie in die Hollywood-Schaukel, um die sie sogleich in konzentrischen Kreisen flach wie eine Flunder ihre neue Welt erkundet. Die Hunde sind ihr dabei nicht wirklich eine große Hilfe – eher im Gegenteil.

Jan verlässt uns wieder, um Leander aus der Schule ab zu holen und nach einem kurzen Stopover im Dome zum Karate zu bringen. Jan nimmt die Kamera mit, aber leider werden ihm Fotos zum Schutz der Kinder verwehrt.

Andrea und Gabi genießen die Sonne, solange sie in den Garten scheint. Dann verlagern wir uns in den Dome. In Windeseile zieht es sich zu, beginnt zu stürmen und zu schütten. Andrea versucht beim Inder Take-Away zu bestellen, aber der Inder hat wohl zum allerersten Mal montags geschlossen. Das gleiche gilt für den Thai, alle anderen Möglichkeiten bieten für uns nicht das Richtige an, so dass nun doch gekocht werden soll. Jan besorgt das Notwendige und kehrt bald mit Leander samt Einkäufen zurück.

Andrea und Jan verarbeiten die Einkäufe zu einem leckeren Abendessen, das ganz indisch, thai und vegan angehaucht ist. Lecker, allen schmeckt’s. Nach getaner Arbeit wandern die 2 noch in die Sauna, Gabi räumt die Küche auf.

Den restlichen Abend folgen wir Leanders Wunsch nach Kartenspiel. Schwarze Sau hat es ihm augenscheinlich angetan. Zum Abschluss würfeln wir uns durch Mensch-ärgere-dich-nicht. Dann ist es höchste Zeit für Leander an der Matratze zu horchen, denn morgen ist Schule!. Jan und Gabi dagegen kümmern sich um ihr Gepäck, denn am Morgen soll es schnell gehen.

Dienstag 21.07.2015 Blenheim – Auckland – Sydney – Darwin

Wetter                         sonnig, morgens Raureif, später warm
Flug                            Blenheim 09:55   – Auckland 11:20  1:25 h
                                    Auckland 13:00   – Sydney 14:35     3:35 h
                                    Sydney 19:40      – Darwin 23:50     4:40 h
Flugzeit                       9:35 h
Zeitverschiebung        Sydney – 2 h, Darwin – ½ h

Um 7:30 klingelt der Wecker. Kurz drauf rollen wir aus dem Bett. Andrea und Leander geben ebenfalls bald Lebenszeichen von sich. Um 8:15 brechen wir auf. Zuerst liefern wir Leander vor der Schule ab, dann geht’s weiter zum Blenheim Airport. Kurz nach 9:00 treffen wir dort ein. Das Airport-Gebäude ist eine einzige Baustelle und eisig kalt.

Beim Check-in werden wir auf unser fehlendes Australien-Visum aufmerksam gemacht. Aber sie können sofort Abhilfe schaffen. Bis zum Abflug verfügen wir kostenfrei über ein elektronischen Visum. Andrea verlässt uns kurz vor dem Abflug.

Mit einem hübschen Blick auf die Marlborough Sounds lassen wir die Südinsel hinter uns. Der Flieger folgt der Westküste der Nordinsel. Mount Taranaki setzt sich als prägnante Landmarke ins Bild. Nach ruhigem Flug setzen wir sehr smooth in Auckland auf. Dort müssen wir uns sputen, denn der Anschlussflug lässt nicht viel Zeit zum Bummeln, zumal wir ins International Terminal wechseln müssen. So kommen wir wenigstens noch mal zu neuseeländischer Frischluft!

Auch dieser Flug verläuft recht ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. In Sydney müssen wir unser Gepäck in Empfang nehmen und erneut einchecken. Ansonsten vertreiben wir uns die Zeit in der Business Lounge. Das sichert die Versorgungslage.

Den Flug nach Darwin verschlafen wir weitestgehend – also Gabi komplett, Jan nimmt das Essen mit. Unser Gepäck zirkelt schon auf dem Band als wir dort ankommen. Die Außentemperatur erscheint uns sehr erträglich. Wir nehmen ein Taxi zur gegenüberliegenden Seite des Airports, an der unser Motel liegt. Die Rezeption müssen wir telefonisch aus dem Bett klingeln, aber dann funktioniert alles unproblematisch. Wir fallen ins Bett und schlafen – nur mit Ventilator.

Mittwoch 22.07.2015 Darwin – Batchelor

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           2,5 h

Jans Wecker weckt um 7:30. Demzufolge kommen wir früh zum Frühstück. Der Autovermieter befindet sich quasi in der direkten Nachbarschaft. Sehr praktisch! Wir laufen zu Fuß rüber. Die Auto-Übergabe dauert eine Weile. Eine Stunde später ist es geschafft, wir fahren vom Hof und zurück zum Motel. Das Gepäck wartet darauf verladen zu werden. Wir checken aus.

Als erstes steuern wir einen Supermarkt an. In der Innenstadt von Darwin finden wir einen, vor dem wir auch parken können, denn unser Camper benötigt mindestens 3,20 m in der Höhe. Der Einkaufswagen füllt sich schnell. Der Camper ebenfalls. Anschließend widmen wir uns Darwin.

Die Highlights sind schnell erledigt. So verlassen wir Darwin am Nachmittag gegen 16:00 in Richtung Litchfield Nationalpark. Nachdem wir den Rush-hour-Stau hinter uns haben, flutscht es. Um 17:30 checken wir im Campground in Batchelor ein. Batchelor befindet sich quasi am Eingang des Litchfield Nationalparks.

Um 17:45 werden neben der Rezeption Vögel gefüttert. Graue Papageien (Rosellas – Jan nennt sie Tauben) und Rainbow Lorikeets folgen dem Futterangebot. Uns beschäftigt dann erst mal die interne Organisation unseres Campers, um das Platzangebot optimal auszunutzen.

So kommt erst gegen 19:30 das Essen auf den kleinen Tisch. Wein und Spaghetti Bolognese schmecken uns gut. Um 22:00 richten wir das Bett. Die Matratzen rufen laut.

Donnerstag 23.07.2015 Litchfield NP

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           2,5 h

Wohl gegen 5:00 wachen wir das erste Mal auf – wir frieren! Das Bettlaken reicht nicht, auch der Sarong wärmt nicht wirklich. Da hilft nur aneinander kuscheln!

Um 7:00 ist die Nacht endgültig vorbei. Die Vögel sorgen für ein lautes Konzert. Wir frühstücken in aller Gemütsruhe, danach will alles rüttelsicher verstaut werden. Kurz vor 9:30 verlassen wir den Campground.

Die Litchfield Park Road beginnt kurz hinter Batchelor. Das 1. Highlight des Nationalparks sind die Magnetic Termite Mounds. Die Cathedral Termites bauen ihre „Hügel“ flach und hoch – sie erinnern an Grabsteine. Ganze Felder stehen voll mit den eigenwilligen Gebilden. Danach folgen vor allem Wasserfälle und Pools. In den meisten Pools darf gebadet werden. Sie werden von der Nationalpark-Verwaltung Saltie frei gehalten – zumindest während der Trockenzeit! Zum Tjaetaba Falls Greenant Creek führt eine nette Piste mit einer langen Wasserung und weichem Sand. Hier kommen definitiv nur 4-Wheeler vorwärts. Vom Parkplatz des Falls führt ein 1,7 Km langer Trail zum Wasserfall mit seinem riesigen Pool. Am Pool aalen sich übersichtlich viele Besucher. Das Wasser lädt kühl und klar zum Baden ein. Kleine Fischlis und Blätter schwimmen darin herum. Wir genehmigen uns ein erfrischendes Bad, lassen uns in der Sonne schön abtrocknen und wandern im Badedress zurück zum Auto. Auf uns wartet ein schöner kalter Drink. Für Jan ein Bier und für Gabi ein Cider.

Wir starten durch zum Wangi Falls. Der Versuch am hiesigen Campground noch einen Stellplatz zu finden, scheitert leider. Also wenden wir uns den Wangi Falls mit dem riesigen Pool zu. 2 hohe Wasserfälle stürzen sich in das gut besuchte Becken. Stufen erleichtern den Zugang in den Pool. Folgt man dagegen dem Boardwalk am Ufer steht man bald mitten im Urwald, in dessen Bäumen Black Flying Foxes hängen und einen Riesenlärm veranstalten. Jan geht baden, Gabi folgt dem Treetop-Walk durch die Kolonie der Fliegenden Hunde.

Nur 6 Km weiter mieten wir uns im Litchfield Safari Camp ein, Die Campsite ist zwar teurer als im Nationalpark, aber dafür gibt es auch Strom, Duschen und BBQ – und Fleisch zu kaufen. Jan lässt sich das BBQ nicht entgehen, dazu gibt es diverse Dips (Guacamole, Knoblauch-Joghurt, Humus) und Rohkost (Gurke, Paprika) und fertig ist ein leckeres Abendmahl. Zwischendurch werden wir zum Abendessen. Die Moskitos umschwirren uns. Etwas Autan hält sie auf Abstand.

Freitag 24.07.2015 Litchfield NP – Kakadu NP

Wetter             sonnig, heiß, windstill
Fahrzeit           4 ½ h

In den frühen Morgenstunden frieren wir mal wieder. Die Handtücher, die wir zusätzlich über uns gelegt haben, rutschen leider immer wieder hinunter. Schade eigentlich. Wer hätte schon damit gerechnet, hier eine wärmende Decke zu brauchen? Normalerweise lassen wir immer eine Fleecedecke im Flieger mitgehen, dieses Mal hat keiner von uns Anstalten dazu gemacht.

Um 8:00 fallen wir aus den Betten. Draußen herrschen bereits 17°C, also nicht wirklich kalt. Nach leckerem gemütlichen Frühstück starten wir um 9:30 in den Tag. Kurz vor Verlassen des NP biegen wir zur Bamboo Creek Tin Mine ab, in der um 1910 Zinn gewonnen wurde. Die Gebäude wurden sich selbst überlassen. Die Überreste kann der geneigte Tourist nun besichtigen und sich ein Bild von den damaligen Arbeitsbedingungen machen.

Wir verlassen den Litchfield NP durch den nördlichen Parkausgang und nehmen Fahrt zum Kakadu NP auf. Der Highway ist nicht vollständig asphaltiert, da darf sich das Auto mit weiterer Patina schmücken. Wir durchfahren Busch, der hie und da mit Termitenhügeln unterschiedlicher Art und Größe durchsetzt ist. Wir folgen dem Litchfield Highway bis zum Stuart Highway. In Berry Springs stocken wir unsere Vorräte auf und versuchen eine Fleecedecke zu erstehen – leider ohne Erfolg.

Weiter geht’s auf dem Stuart Highway in Richtung Darwin, bald biegen wir auf den Arnhem Highway ab, der direkt zum Kakadu NP führt. Etwa auf halber Strecke folgen wir dem Schild einer Jumping Crocodile Tour auf dem Adelaide River. Die 13:00-Tour passt gerade für uns. Den Salties wird an langen Stöcken Fleisch angeboten, dem die hungrigen Exemplare gerne sich aus dem Wasser katapultierend folgen. Ein nettes Schauspiel und sicher ein angenehmes Zubrot für die Crocs. So was wie Essen-auf-Rädern. Salties unterschiedlicher Größe geben sich für das Schauspiel her. Ein älteres Exemplar muss nicht springen, der bekommt sein Fleischbröckchen auch ohne weiteres Zutun. Immerhin leben diese Tiere wild und können sich der Sache aussetzen, wenn sie Lust resp. Hunger verspüren. Auf der Rückfahrt bekommen die Raubvögel ihren Teil ab – ein sogenannter Fly-through. Mindestens 15 Vögel ziehen ihre Kreise um das Boot. Ein großes Spektakel!

Wir setzen unsere Fahrt fort. 1 ½ h später checken wir im Aurora Kakadu Camp ein. Jan probiert das Auto-Tarp aus, ansonsten suchen wir uns in der Hitze einen schönen schattigen Platz. Jan nimmt ein erfrischendes Bad im Pool. Dann kann mit dem Kochen begonnen werden. Reis mit Gemüse und Shrimps stehen auf dem Speiseplan begleitet von einem schönen australischen Sauvignon Blanc.

Bald nach dem Essen flüchten wir ins Wageninnere. Die sirrenden Moskitos vertreiben uns. Die Innentemperatur lässt sich ganz gut aushalten, wir lesen bzw. spielen noch ein wenig, dann fallen uns die Augen zu.

Samstag 25.07.2015 Kakadu NP

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           3 h

Jan übernimmt um 7:00 den Weckdienst. Der Lärm der Vögel hat ihn geweckt. Die Sonne steigt schnell höher. Unser Frühstücksplatz wird warm von ihr beschienen. Das Auto-Tarp will auch noch weggeräumt werden. Gegen 9:15 verlassen wir Aurora Kakadu.

An den Mamukala Wetlands biegen wir ab. Eine große Beobachtungsplattform direkt ins Wetland gebaut ermöglicht die Vogelbeobachtung quasi im See stehend. Weiter geht’s zum Bowali Visitor Center Park Headquarters. Das Visitor Center bietet übersichtliche Services, es ähnelt eher einer Ausgabetheke, dazu gibt es einen kleinen Shop und Getränkeverkauf. Immerhin wird ein öffentliches WLAN angeboten. Das lädt ja mal zum Abrufen der Emails begleitet von einem Kaffee ein.

Unser nächstes Ziel heißt Ubir. Dort können Aboriginal Zeichnungen bewundert werden. Ein schöner Lookout gewährt zudem einen wunderbaren Blick über die Umgebung. Wir begegnen einigen Gruppen, die einem Ranger interessiert zuhören. Es gibt jedoch auch informative Displays, so dass wir versuchen die Paintings möglichst menschenarm zu erleben.

Zurück am Arnhem Highway steuern wir Jabiru an. Hierbei handelt es sich um den einzigen Ort im Nationalpark, der von Rangern und Uranleuten gegründet wurde. In der Tat befinden sich Uranvorkommen mitten im Nationalpark, wobei diese Gebiete vom Nationalpark ausgenommen wurden. Nun hängt die Fördermenge des Urans davon ab, wer von Rangern, Umweltaktivisten und Politikern gerade die Nase vorn hat. Im hiesigen Supermarkt erbeuten wir in der Tat eine Decke! Vermutlich werden wir sie im restlichen Urlaub nicht mehr brauchen. Aber besser als Frieren in der Nacht ist es allemal.

Unsere Fahrt führt uns weiter zum nächsten Ort mit Aboriginal Malereien namens Nourlangie. Der Weg zwischen den Paintings schlängelt sich sehr hübsch und schattig durch die Felsen. Einige ungewöhnliche Malereien sind zu entdecken. Ein kleiner Trail führt zu einem netten Lookout, der im Rundkurs zum Parkplatz zurückkehrt.

Gegen 15:00 setzen wir die Fahrt fort. Unser Übernachtungsziel Garnamarr auf dem Weg zum Jim Jim Fall erreichen wir über eine Waschbrett-Piste. Nach 1 h Fahrt kommen wir sensationell schnell am Campground an, auf dem wir ein passendes Plätzchen finden. Den 1. kühlen Drink haben wir uns redlich verdient. Die Vögel geben ein lautes Konzert dazu.

Jan feuert die Feuerstelle an, um das Känguru darauf zuzubereiten. Aber die Holzvorräte am Campground sind zu bescheiden für den Grill, so landet das Fleisch dann doch in der Pfanne. Begleitet von Süßkartoffel und Salat lassen wir es uns schmecken. Das heißt Jan nimmt das Fleisch, Gabi kümmert sich mehr um die Beilagen.

In der Zwischenzeit füllt sich der Campground während der Ranger die Camp-Gebühr eintreibt.

Sonntag 26.07.2015 Kakadu NP

Wetter             sonnig, heiß, Fotografier-Wölkchen
Fahrzeit           3,5 h

Kurz vor 9:00 sind wir startklar. Eine wundervolle einspurige Piste erwartet uns. Mit weichen sandigen Einlagen und einer großen Wasserquerung von etwa 70 cm Tiefe. Jan und das Auto meistern beides exzellent. Nur das Auto ist nicht wasserdicht. Auf der Beifahrerseite leckt es rein. Für die gut 20 Km bis zum Parkplatz der Twin Falls benötigen wir knapp 1 h.

Vom Parkplatz gelangen wir nach kurzem Fußmarsch zum Anleger. Der NP-Service betreibt hier einen Fährservice zum Trail, der zu den Twin Falls führt. Auf der Fahrt durch die schmale hohe Gorge versorgt der Ranger die Fahrgäste nuschelnd mit reichlich Informationen. Am Nachmittag kommen angeblich die Salties in die Gorge, deshalb wurde die Kroko-Falle unlängst mit Frischfleisch versorgt. Aber Baden ist sowieso nicht erlaubt. Vom hinteren Anleger dauert der Fußmarsch nur ¼ h, dann stehen wir auf dem Sandstrand zu Füßen der Twin Falls. Ein mystischer Ort. Wir kommen uns vor wie in einem Amphitheater umschlossen von hohen Felswänden. Der Fährdienst fährt On-Demand. Wir warten lediglich 5 Minuten bis das Boot wieder in Sicht kommt.

Zurück am Parkplatz präpariert Jan das Auto für die Wasserquerung mit einer Kamera. Auch der Rückweg gelingt ohne Probleme. Wie nehmen noch den Abzweig zum Jim Jim Fall mit. Der Weg zum Fall ist mit 900 m angegeben, dennoch braucht man etwa ½ h um ihn zu bewältigen, da einige Blockgestein-Kletterei zu absolvieren ist. Am Ende wartet dann zwar ein trockener Fall aber ein schöner weißer Sandstrand mit Beachpool. Also wenn man die Badehose mitgenommen hätte – Wir plantschen nur die Füße. Mit sauberen und abgekühlten Füßen arbeiten wir uns zurück zum Auto.

Auf der einspurigen Piste zurück zum Campground begegnet uns einiger Gegenverkehr. Jeder verhält sich jedoch sehr rücksichtsvoll und weicht an vorgesehener Stelle aus. Ab dem Campground geht die Straße wieder in „normale“ 2-spurige Piste über. 1 h später hat uns der Asphalt wieder.

Wir fahren bis Cooinda. Das Aboriginal Interpretative Center zeigt einiges zur Kultur der Aborigines. In der Lodge beziehen wir einen Camper-Stellplatz. Außerdem haben wir Tickets für die Yellow Water Sunset Tour erstanden, die um 16:10 beginnt. Für uns bleibt gerade genug Zeit, den Camper abzustellen, einen kalten Drink zu genießen und zum Treffpunkt zu laufen. Der Bus bringt uns zum Boot für die Sunset-Tour.

Die Yellow Water Wetlands bieten Lebensraum für Salties, Freshies und Unmengen an Vögeln. Wir haben so einen Flash back zum Film African Queen. Wir sehen einige Salties – am Ufer liegend oder schwimmend, in jedem Fall immer sehr relaxt. Daneben natürlich sehr viele Vögel. Jabiru Storch, Kingfisher und Seeadler beeindrucken am meisten, aber daneben sind natürlich auch Ibisse, Kormorane, Enten, Herons, Pelikane und viele kleinere Vögel erwähnenswert. Die untergehende Sonne spiegelt sich wunderschön im Wasser. Gegen 19:00 kehren wir zum Campground zurück.

Als erstes kümmern wir uns um unser leibliches Wohl, danach um die Technik – diverse Akkus wollen geladen und Fotos kopiert werden. Dabei umschwirren uns ein paar Moskitos, jedoch weniger als erwartet.

Montag 27.07.2015 Kakadu NP – Katherine

Wetter             sonnig, heiß, kleines Lüftchen
Fahrzeit           4,5 h

Die Nacht was stickig und heiß! Wozu auch immer wir die Decke gekauft haben!!

Nichtsdestotrotz verlassen wir um 9:30 Cooinda. Knapp 100 Km Asphalt liegen vor uns, bevor wir auf Gravel gen Gunlom abbiegen. Die Piste präsentiert sich in ausgezeichnetem Zustand und darf auch von 2-Wheel-Drive befahren werden.

In Gunlom empfangen uns schwarze Kakadus. Das Auto findet einen sonnigen Platz. Wir wechseln das Schuhwerk, denn wir wollen den Fall von oben sehen. Nun ja, der Fall gleicht mehr einem sanften Plätschern, der Plunge-Pool besticht durch seine tolle grüne Farbe. Wir wollen erst mal nach oben. Den Zustieg zur Aussichtsplattform bewältigen wir zügig. Die Aussicht übers Land ist gigantisch und lohnt den Aufstieg allemal. 50 m weiter befinden sich 2 Badepools. Wir wählen den upper Pool und steigen in Unterwäsche ins erfrischende Nass. Der Pool geht in eine kleine Gorge über, die nach etwas Boulder Kletterei an einem warmen Wasserfall endet. Wir lassen uns noch etwas von der Sonne trocknen bevor wir wieder in unsere Klamotten steigen und den Weg nach unten antreten. Am Auto angekommen, sind wir so gut wie abgetrocknet, daher verzichten wir aufs Umziehen.

Jan gönnt sich ein kühles Bier, dann treten wir die Rückfahrt zum Kakadu Highway an. In Pine Creek biegen wir auf den Stuart Highway ab, dem wir bis Katherine folgen. In Katherine frischen wir unsere Bestände auf. Im Bottle Shop muss Jan doch tatsächlich seinen Ausweis zeigen!?! Die 21 schafft er doch optisch in jedem Fall, oder?!? Mittlerweile ist es 16:00 und wir steuern den nächsten Campground 6 Km außerhalb von Katherine auf dem Weg zur Katherine Gorge an. Ein Kesselchen Buntes ist heute in jedem Fall fällig. Hier lässt sich schön schattig unter Bäumen bei Bier und Cider der Feierabend genießen. Die Wäsche macht sich fast von allein, der Dryer trocknet in Windeseile. Zwischenzeitlich ist das Essen fertig. Was wollen wir mehr? Ein nettes Weinchen dazu – eine alte Pflaume zum Nachtisch, so kann der Tag enden.

Dienstag 28.07.2015 Kathrine – Nitmiluk NP – Kununurra

Wetter               sonnig, heiß
Fahrzeit             7,5 h
Zeitunterschied – 1 ½ h WA (zu NT)

Bereits um 9:15 stehen wir im Visitor Center des Nitmiluk NP, um die 11:00 Bootstour zu buchen. Die Dame bescheidet uns, dass um 11:00 keine Tour stattfindet, sondern erst um 13:00 die nächste sei. Das ist insbesondere deshalb ärgerlich, weil wir die 9:00-Touren ja nur um ein Haar verpasst haben. Wir beratschlagen, was zu tun sei und beschließen, dass es auf eine Gorge mehr oder weniger nicht ankommt, besteigen das Auto und beginnen unsere Fahrt gen Westen auf dem Victoria Highway.

511 Km stehen auf der Uhr bis Kununurra. Jan nimmt noch einen schnellen Geocache in Katherine mit. Den nächsten Stopp legen wir im Victoria Crossing Roadhouse ein. Die Brücke über den Victoria River gab dem Roadhouse den Namen. Vermutlich wurde genau hier schon früher der Victoria River überquert. Wir tanken zu einem „Spottpreis“, vertreten uns die Beine und Jan gönnt sich einen Burger.

Der Highway führt meist wie am Lineal gezogen geradeaus nur ab und zu von einer Kurve aufgelockert. Durch hügeliges Gelände wird er gerne auch etwas kurviger. Viele Greifvögel leben vom Highway, denn irgendwer muss ja die toten Wallabies usw. aufräumen. Die Roadtrains donnern jedenfalls mit immer gleicher Geschwindigkeit über den Highway, da bleibt dem Gegenverkehr nur aufzupassen, was die Anhänger tun. Da der Highway ziemlich holperig daherkommt, wedeln die Anhänger der Roadtrains mitunter heftig.

An der Grenze von Northern Territory nach Western Australia stört ein Kontrollpunkt die Fahrt nachhaltig. Hier wird nach Obst und Gemüse gesucht, dass nicht nach Western Australia mitgenommen werden darf. Wie gut, dass wir erst gestern einkauften – Daran haben wir jedenfalls nicht gedacht. Die Kontrolleure lassen sich auf keine Diskussion ein. Nur Ingwer und Süßkartoffeln dürfen bleiben, der Rest kommt in die Tonne. Grrrrr!

Außerdem fallen wir schlagartig in der Zeit um 1 ½ h zurück. So erreichen wir Kununurra gegen 14:30 und bunkern gleich Obst, Salat und Gemüse nach.

Vor den Toren zum Mirima NP buchen wir uns im Campground ein. Das Licht sieht auf den Felsformationen des auch Mini-Bungle-Bungle genannten Mirima NP schon mal toll aus. Wir planen schnell die nächsten Tage im Bungle Bungle NP durch, reservieren Online eine Campsite und buchen einen Heliflug. Damit ist das Tagwerk vollbracht. Jan kümmert sich um die Essensvorbereitungen, während Gabi sich die rotglühenden Felsen näher anschaut.

Die Dunkelheit bricht hier bereits um 17:30 herein, so dass wir in völliger Dunkelheit kochen und essen. Das wird sich wohl bis zum Ende des Urlaubs nicht mehr ändern.

Mittwoch 29.07.2015 Kununurra – Mirima NP – Warmun

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           2,5 h

In den frühen Morgenstunden freuen wir uns über die Fleecedecke, denn durch die Fenster zieht es kühl hinein. Wir schlagen kurz vor 6:00 die Augen auf. Draußen ist es bereits hell, in den Felsen des Mirima NP steht die Sonne, die Greifvögel kreisen über dem Campground.

Nach gemütlichem Frühstück stellen wir den Camper auf dem Parkplatz des benachbarten Mirima NP ab. Jan hatte gestern Abend Geocaches geladen, die wollen jetzt in Verbindung mit den Wanderwegen abgearbeitet werden. Die bienenkorbartigen Felsen werden von kurzen Wanderwegen durchzogen, die Sonne sorgt für das Farbenspiel. Neben den Felsformationen ziehen uns die Baobabs (Affenbrotbäume) in ihren Bann. Hier stehen ein paar wirklich nette Exemplare herum.

1 ½ h später ziehen wir weiter zu einer Zebra Stone Gallery. Der Zebra Stone wird in den Kimberley abgebaut und zu Skulpturen und Schmuck verarbeitet. Die Gallery befindet sich jenseits des Diversion Dams, der den Ord River staut. Das Angebot haut uns nicht wirklich um. Immerhin versüßen wir uns den kleinen Ausflug mit einem Mango Smoothie im zugehörigen Café. Die Papageien im Käfig krächzen, der Kakadu spricht – sogar in mehreren Sprachen. Die Gallery liegt an der Lily Lagoon, die durch den Damm entstand. Vom Ufer vor der Gallery sieht man einen Felsen zur Linken, der aussieht wie ein Elefant. Das Gegenstück dazu bildet vom Celebrety Park gesehen derselbe Fels als schlafender Buddha. Der Celebrety Tree Park zeichnet sich zudem dadurch aus, dass in ihm viele „Geschenk“-Bäume, die von bekannten Besuchern (bspw. Prinzessin Anne) mitgebracht wurden, stehen.

Irgendwie müssen wir die Zeit bis 12:00 totschlagen, denn dann erst öffnet der Bottle-Shop, in dem Jan nach Wein in Karton schauen will. Also versuchen wir uns im Shoppen durch die Gift-Shops von Kununurra – dies gelingt mehr oder weniger erfolgreich. Jan sucht Wein in Karton im Bottle-Shop allerdings vergebens, die sollen in ganz WA nicht erhältlich sein. Wir verlassen Kununurra in südlicher Richtung also ohne kartoniertem Wein.

Wir folgen kurz dem Victoria Highway, um dann auf den Great Northern Highway abzubiegen. Nach etwa 200 Km und 2 h Fahrt durch lichtes Baum- und Buschland erreichen wir das Warmun Roadhouse gegen 14:30. Dies ist der letzte Campground vor dem Bungle Bungle NP laut unserer Unterlagen und im NP sind wir erst ab morgen avisiert. Also checken wir am Campground des Roadhouses ein. Ein lauer Nachmittag ist ja auch mal ganz nett. Der kurze Ausflug zum Aborginal Art Centre in der benachbarten Abo Community bringt ein wenig Abwechslung, aber wer hier Tupfen-Bilder für 100te bzw. 1.000e Dollar kauft, lässt uns doch etwas ratlos zurück. Wenngleich es sich bei dieser Galerie um eine der Bedeutendsten in WA handeln soll.

Wir richten uns häuslich auf dem Campground ein. Jan springt in den Pool. Um uns krächzen weiße Papageien und über uns kreisen Greifvögel. Als Abendessen lassen wir uns Pasta mit Jakobsmuscheln begleitet von einem Sauvignon Blanc lecker schmecken. Der Mond scheint fast voll und die Sterne glitzern. Das Ganze begleiten Papageien nach wie vor mit ständigem Krächzen.

Donnerstag 30.07.2015 Warmun – Bungle Bungle NP

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           3,0 h

Wir stehen quasi mit dem Wecker auf. Das Papageien-Konzert dauerte fast die ganze Nacht an. Erst in den frühen Morgenstunden war weitestgehend Ruhe. Sogar die Fleecedecke haben wie brauchen können.

Aber zum Frühstück suchen wir schon wieder den Schatten. Gegen 8:30 verlassen wir Warmun. Auf dem Great Northern Highway ist nicht viel los. Nach gut 50 Km erreichen wir den Abzweig zum Bungle Bungle NP. Hier entdecken wir einen Camper Campground, wenn wir das gewusst hätten, wären wir hierher gefahren.

Am Beginn der Piste beschäftigen sich alle anderen mit ihrem Reifendruck – wozu auch immer. Uns erscheint die Piste nicht gar so schlimm. Gut sie verfügt über ein ausgeprägtes Waschbrett und ab und zu einen Felsen, aber selbst die Wasserquerungen fallen eher kurz und harmlos aus. Nur die Zufahrt in die letzte Wasserung fällt sehr steil aus.

Im Visitor Center erhalten wir alle Informationen, die wir benötigen. Wir fahren also gleich zum Campground, um zur Reservierung unserer Campsite Tisch und Stühle zu platzieren.

Wir starten mit dem südlichen Teil des NP, in dem es die Dome, die Bienenkörben gleichen, zu bewundern gibt. Wir folgen mehreren sandigen Trails durch die gestreiften Dome. Echt begeisternd!! Im Cathedral Dome rasten wir in der zur Zeit trockenen Cave. In der Regenzeit ist sie sicher nicht zugänglich. Reisegruppen und Familien mit Kindern füllen die Cave. Uns treibt es auf dem nächsten Trail zum Piccaninny Lookout. Dem Flussbett folgen schon mal deutlich weniger Touris. Der Lookout bietet einen tollen Ausblick auf Dome Settings. Jan kehrt zum Auto zurück, Gabi wandert weiter durch das Flussbett des Piccaninny Rivers bis zum Window. Der Trail folgt dem Riverbett durch die Bienenkörbe. Ein kleines Fenster in einem Dome kennzeichnet diese Landschaftsmarke.

Zurück am Parkplatz treten wir die Rückfahrt zum Campground an. Kühle Getränke vertreiben uns die Zeit bis zum Sonnenuntergang, dem wir am Sunset Point unweit des Campgrounds mit Gin Tonic beiwohnen. Danach ist Kochen angesagt. Über uns funkeln die Sterne, der Mond scheint fast in voller Pracht.

Der Campground ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wallaby weit und breit, aber auch keine Mücke!

Freitag 31.07.2015 Bungle Bungle NP

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           Auto 1 h, Flug ½  h

Die Nacht fällt recht frisch aus. Wir sind froh um die Decken und müssen dennoch kuscheln.

Wir wachen mit dem Wecker um 6:00 auf, die Sonne kommt gerade über den Horizont. Da wir für 9:30 einen Heliflug gebucht haben, bleibt uns reichlich Zeit zum Frühstücken. Sobald uns die ersten Sonnenstrahlen erreichen, nutzen wir sie, um uns aufzuwärmen. Auch die Vögel sitzen auf den sonnigen Zweigen.

Mit reichlich Zeit starten wir zum Airstrip, um dort den vorhergehenden Helistart zu verfolgen. 30 Minuten später landen der blaue und der rote Heli wieder. Wir dürfen nun einsteigen. Unser Heli ist der Blaue. Festgurten, Kopfhörer aufsetzen und ab geht’s. Doors off ist auch erst mal gewöhnungsbedürftig – insbesondere wenn es in die Kurve geht. Aber so hat jeder optimale Sichtverhältnisse. Der Flug ist einfach sensationell. Schluchten mit Palmen und die Dome – wir sind hingerissen. Der Flug war in jedem Fall jeden Dollar wert.

Mit einem kurzen Stopover zum Batterienkauf nehmen wir uns heute den nördlichen Teil des Parks vor. Das Auto parkt zunächst auf dem hintersten Parkplatz „Echidna“. Von hier gibt es 2 Trails, die wir uns beide vornehmen. Der Osmand Lookout gewährt uns einen hübschen Blick  in die Umgebung. Zur Echidna Chasm führt der Weg durch das kieselige Bachbett, dazu wird der Weg immer schmaler. Durch Palmen-Alleen werden wir in die Chasm geführt. Die roten Wände ragen steil rechts und links auf. Bald müssen wir an einigen großen Bouldern vorbei und weiter hinten auch unter einigen, die (noch) in der Chasm klemmen, hindurch. Der einzige offizielle Hinweis lautet, man möge nicht unter den eingeklemmten Bouldern stehen bleiben.

Wir fahren die Straße wieder ein Stück zurück zum Parkplatz „The Bloodwood“. Der Trail zur Mini Palm Gorge führt zunächst am Fels entlang. Erst nach 1 Km folgen wir wieder mal einem kieseligen Bachbett in eine Gorge hinein. Bald wachsen Palmen um uns herum und es wird felsiger. Dicke Boulder wollen umrundet und überwunden werden. Mitunter müssen wir uns durch schmale Spalten schieben. Wer nicht durch die erste dieser Postboxen passt, kann dem Weg leider nicht bis zum Ende folgen. Mithilfe einiger Treppenanlagen und Plattformen bewältigt man auch die ganz großen Brocken und landet quasi am Deadend. In der Gorge herrschen tolle Lichtverhältnisse und eine ganz eigene Stimmung.

Zurück am Parkplatz steuern wir noch den Aussichtspunkt Kungkalanayi Lookout an, der einen schönen Überblick über die heute besuchte Range gewährt. Die mittlerweile tief stehende Sonne (es ist eigentlich erst 14:30, aber kurz nach 17:00 ist bereits Sonnenuntergang) schafft eine schöne Beleuchtung.

Zurück am Campground duschen wir uns mittels unseres Wasserschlauchs angeschlossen am Camp-Wasserhahn schnell ab. Bald schickt die Sonne ihre letzten Strahlen, es wird Zeit für unseren Sundowner Gin Tonic. Ein Kockaburra gibt während dessen ein kurzes Stell-dich-ein. Alle um uns herum erscheinen mit gezückten Kameras, um den wirklich hübschen Kerl auf Platte zu bannen.

Das Abendessen brutzelt bald auf dem Herd und mundet vorzüglich. Es gibt Reis mit Gambas und Gemüse asiatisch und scharf. Lecker!! Zwischenzeitlich ist es richtig kalt. Wir haben sogar unsere langen Hosen und die Fleecejacken aktiviert. Dazu leuchtet der nahezu volle Mond.

Samstag 01.08.2015 Bungle Bungle NP – Kununurra

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           4,0 h

Die Nacht war mal wieder frisch. Bei 10° C Innentemperatur erwachen wir mit dem Sonnenaufgang. Sobald uns die ersten Sonnenstrahlen erreichen, stehen wir auf.

Um 8:15 verlassen wir die Campsite und um 8:30 den NP. Bye bye Bungle Bungle. Jan bewältigt die Piste zum Great Northern Highway in 1:20 h. Unsere Reiseführer sprechen da von 2-3 h!! Die Piste befindet sich jedoch in ganz ordentlichem Zustand und die Wasserquerungen kennen wir ja schon. Kurz vor 10:00 zweigen wir auf den Highway ab. 2 ½ h später erreichen wir Kununurra.

Wir decken uns für die bevorstehende Fahrt auf der Gibb River Road (kurz GRR) mit Getränke- und Lebensmittelvorräten ein. Im Visitor Center erstehen wir das empfohlene Infomaterial zur GRR. Ansonsten lassen wir uns im Ivanhoe Caravan Park häuslich nieder. Der Wäschesack wartet auf die Waschmaschine. Zum Abendessen begeben wir uns zum Country Club in Kelly`s Bar und Restaurant, das in lauffähiger Entfernung liegt. Auf der Terrasse mit Blick auf den Pool lassen wir es uns vorzüglich munden. Der anschließende Spaziergang zurück zum Camper tut in jedem Fall gut. Über uns in den Palmen schlemmen offensichtlich Flughunde, denn ab und zu gibt es lautstarken Zank.

Sonntag 02.08.2015 Kununurra – Gibb River Road

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           2 h

Mit den ersten Sonnenstrahlen um 6:15 stehen wir auf. Unsere Nachbarin scheint heute Morgen recht redselig, sie will ihr Obst und Gemüse loswerden, da sie ins Northern Territory fahren. Wir können ihr erfolgreich vermitteln, dass dies bei der Ausreise aus Western Australia nicht notwendig sein wird – nur umgekehrt, wie wir aus leidvoller Erfahrung wissen. Um 8:00 verlassen wir den Caravan Park zur nächsten Tanke. Wir brauchen Benzin außerdem will Jan Öl-Stand und Luftdruck kontrollieren.

Um 8:30 verlassen wir endgültig Kununurra auf unserem Weg zur GRR. Die GRR beginnt 53 Km hinter Kununurra – allerdings bis zum El Questro Wilderness Park noch asphaltiert.

An der Emma Gorge biegen wir ab. Nach Kauf des Parkpasses nehmen wir den Gorge Trail in Angriff. Angeblich benötigt man für eine Strecke 2 h! Der Weg hat zwar einige steinige Passagen, aber wir stehen dennoch nach gut ½ h vor dem Pool am Ende der Gorge. Hohe rote Wände fassen den Pool mit einem hohen Wasserfall ein. Jan springt gleich in die Badehose und ins kühlende Nass. An den hohen Wänden wächst Farn – eine echte Fern Grotto (a la Kauai, Hawaii). Gegen 11:30 kehren wir zum Ressort zurück. Jan kümmert sich um einen Geocache, danach gönnen wir uns einen kühlen Drink mit Scones auf der Terrasse. Wir fühlen uns wie auf Safari.

Weiter geht’s zur El Questro Station. Der pistige Abzweig dorthin versorgt uns mit 2 Wasserquerungen. Eine Campsite haben wir gleich, nur die Bootstour in die Chamberlain Gorge fällt leider ins Wasser – ausgebucht! Also nehmen wir uns die El Questro Gorge vor.

Die Piste zum Parkplatz gestaltet sich sehr sandig. Aber zumindest findet sich ein schattiger Platz fürs Auto. Den Weg bis zum Halfway Pool schafft ja noch jeder, der gut zu Fuß ist. Danach wird es deutlich anspruchsvoller. Zunächst müssen wir durch den Halfway Pool waten und uns durch einen schmalen Felsspalt hocharbeiten. Das lässt sich nur in Badehosen bewältigen, denn das Wasser ist hüfthoch. Der weitere Trail ist als „rocky rocky“ beschrieben und das ist nicht untertrieben. Kurz vor Ende des Boulder Parcours kehren wir um, da wir Sorge haben beim Rückweg in die Dunkelheit zu geraten. Mittlerweile ist es 14:30. Wir beschließen unser Bad im Halfway Pool zu nehmen. Der Rückweg durch die Boulder gestaltet sich dann irgendwie schneller und einfacher. Im Halfway Pool sitzt bereits ein älteres Ehepaar. Nachdem wir den Abgang durch den Felsspalt gemeistert haben, gönnen wir uns ebenfalls ein erfrischendes Bad. Wir behalten die Badehose gerade an für den Rückweg zum Auto. Plötzlich stößt Jan einen spitzen Schrei aus, eine ockerfarbene fingerdicke Schlange wärmt sich auf einem Stein auf, erschrickt aber mindestens genauso wie Jan und verschwindet ins Dickicht. Überraschenderweise begegnen uns noch einige Wanderer mit Badezeug ausstaffiert auf dem Weg zum Halfway Pool.

Zurück am Parkplatz gönnen wir uns erst mal ein kaltes Getränk – Jan ein Bier, Gabi einen Cider. Die Badeklamotten sind nahezu trocken. Den restlichen Nachmittag relaxen wir neben unserem Camper. Kakadus und Rainbow Lorikeets geben sich mit lautem Geschrei ein Stell-dich-ein. Wir genießen unseren Standard-Apéro Gin Tonic dazu.

Gabi erkundet den Campground und macht in einer Galerie Beute. 2 Baobab Bilder wechseln den Besitzer. Zur Happy Hour (von 17:00 bis 18:00) der Bar des Campgrounds spielt ganz nette Live-Musik. Jan kocht derweil. Um 18:00 kommt das Buttered Chicken mit Reis auf den Tisch. Dazu ein schöner Sauvignon Blanc. Es könnte uns schlechter gehen. Nur im Auto sollten sich annehmbare Temperaturen einstellen. Es fehlt an Wind! In Laufe des Abends wird auch das Klima im Auto erträglicher. Letztlich benötigen wir sogar die Fleecedecken.

Montag 03.08.2015 Gibb River Road – Kalumburu Road

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           5,5 h

In der Nacht herrschte irgendwann Action um das Auto herum. Wer oder was auch immer unterwegs war, sogar unser Nachbar krabbelte vernehmbar aus seinem Zelt.

Jan treibt es schon um 6:30 aus dem Bett. Unsere Nachbarn geben uns jede Menge Tipps und Infos mit auf den Weg. Vor allem soll die GRR anfangs sehr schlecht sein und danach besser werden. Für die Kalumburu Road heißt es bis zur Drysdale Station geht’s danach soll sie grottenschlecht werden. Außerdem seien die Mitchell Falls komplett ohne Wasser.

Nun ja, für die GRR können wir das so nicht bestätigen. Die Piste bis zur Drysdale Station ist für uns völlig in Ordnung. Selbst die berüchtigte Querung des Penticost River fällt zwar holperig aus, aber die Wasserhöhe ist durchaus übersichtlich und von Salties keine Spur. Wir nehmen mehrere Lookouts mit und in Ellenbrae Station, etwa 70 Km vor dem Abzweig der Kalumburu Road gönnen wir uns eine Pause. Den bereits am Highway angekündigten Scones können wir nicht widerstehen. In der Hauptsaison verkaufen sie davon wohl 200 Stück täglich. Bei einem Verkaufspreis von AUS$ 5,50 ein nettes Zubrot. Das alte Farmhaus steht mittlerweile völlig im Dienste der Gäste. Auf der Terrasse lässt es sich angenehm sitzen und die kleinen fliegenden Gäste an den Futterstellen beobachten. Im Garten steht ein alter mächtiger Baobab, der über 1.000 Jahre alt sein soll. Uns zieht es bald weiter. Auf der Kalumburu Road nimmt das Waschbrett deutlich zu. Vor 14:00 erreichen wir Drysdale Station. Für die gut 300 Km bis Drysdale Station benötigen wir etwas mehr als 5 h.

Wir buchen uns auf dem Campground direkt an der Station ein. Auf unsere Nachfrage nach den Mitchell Falls bescheidet uns einer der vor dem Shop sitzenden Piloten mit der Auskunft, dass nur in der obersten Stufe nicht sehr viel Wasser laufe darunter aber schon. Der muss es ja wissen, denn er fliegt täglich mehrfach drüber. Zum Badevergnügen fahren wir zum Bush-Campground Miners Pool wenige Km weiter. Der Fluss führt an dieser Stelle hinreichend Wasser, da könnte man ordentlich schwimmen, wenn wir uns denn trauten. Irgendwie geistern Salties durch unsere Köpfe, auch wenn wir ausdrücklich darauf hingewiesen wurden, dass man im Miners Pool jederzeit schwimmen kann. Wir tauchen also ein Mal unter und verlassen dann erfrischt das kühle Nass. In einer Feuerstelle am Miners Pool finden wir unvermutete Holzvorräte, die wir gleich konfiszieren, damit wir auch mal zu einem Campfire kommen.

Den restlichen Nachmittag vertreiben wir uns am Campground die Zeit. Eine Schar weißer Papageien turnt über den Campground und trägt zur Unterhaltung bei. Der Sonnenuntergang gerät ebenfalls ganz nett. Nach dem Essen startet Jan das Feuer. Das Holz scheint aber sehr hart zu sein, so dass das Feuer nicht so groß prasselnd ausfällt, wie er es sich vorstellte. Zum Träumen reicht es dennoch aus.

Dienstag 04.08.2015 Kalumburu Road – Mitchell Plateau

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           3 ¾ h

Mit Sonnenaufgang kurz nach 6:00 treibt es uns aus den Federn. Die weißen Papageien ziehen bereits ihre Kreise. Der Mond steht noch hoch am Himmel, dennoch schickt die Sonne ihre ersten Strahlen. Wir frühstücken gemütlich, packen und verlassen Drysdale ¼ vor 8:00.

Die Kalumburu Road bleibt zahm bis zum Abzweig gen Mitchell Plateau. Dann wird die Straße zwar etwas anspruchsvoller aber nicht wirklich schlecht. Erst das letzte Stück weist ein paar raue Etappen auf. Wir fahren durch lichten Wald, der phasenweise mit Palmen durchsetzt ist. Das Mitchell Plateau rückt näher.

Um 11:30 erreichen wir den Campground, suchen uns eine schöne Campsite und präparieren uns gleich für den Marsch zu den Mitchell Falls, der angeblich 5 h Return dauern soll. In der Tat entspricht die Strecke 5,1 Km einfach. Wir marschieren mit Badesachen und ausreichend Wasser im Gepäck fröhlich beschwingt los. Am Weg liegen die Little Mertens Falls, an deren trockenen Abrisskante wir stehen. Wenig später folgen die Great Mertens Falls, die immerhin leicht in eine tiefe enge Gorge plätschern. Nach knapp 1 ½ h erreichen wir die Mitchell Falls. Man muss den Mitchell River überqueren, um einen schönen (Rück-) Blick auf die gewaltigen Stufen bzw. Pools des Mitchell Falls zu haben. In die 1. Stufe plätschert es eher gemächlich, ab für die unteren Becken langt es noch gut und endet in einem schönen Fall in den River.

Auf dem Rückweg genehmigen wir uns ein erfrischendes Bad an der fürs Baden freigegebenen Stelle oberhalb der Falls. Wir können bis zur Abrisskante vorgehen, kurz davor stürzt das Wasser in einem kreisrunden Kamin in die Tiefe. Irgendwie vermittelt der Fall mit seinen den Aborigenes heiligen Becken auch uns eine mystische Stimmung. Wir beenden unsere Wanderung nach 3:30 h mit eiskalten Drinks im Schatten unseres Campers.

Mittwoch 05.08.2015 Mitchell Plateau – Gibb River Road

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           6,5 h

Mit Sonnenaufgang öffnen wir die Augen. Kurz nach 6:00 stehen wir auf. Das Frühstück in der Morgensonne lässt sich gut aushalten. Von Dingos, die hier angeblich nächtens unterwegs sein sollen, können wir keine Spur ausmachen. Immerhin führte diese Warnung dazu, dass alle Camper ihre Sachen wegpackten. Um 7:45 sitzen wir startbereit im Camper und los geht’s!

Holter di polter über die bekannten Pisten zunächst zur Kalumburu Road. Kurz vor dem Abzweig folgen wir einem Hinweis auf eine Art Site. Der Hauptweg führt direkt zur Rock Art. Die Zeichnungen unterscheiden sich massiv von den sonst üblichen.

Auf die Kalumburu Road abgebogen gibt Jan gleich mehr Gas. Nun erscheint diese Piste nahezu wie eine gute Landstraße. Die eine oder andere kleinere Wasserung stellt sich in den Weg, stellt aber keine größere Aufgabe dar. Zur Mittagszeit kurz vor 12:00 erreichen wir Drysdale Station. Jan will sich den berühmten Hamburger doch mal aus der Nähe ansehen. Im Schatten sitzend stärken wir uns mit Hamburger und Toastet Sandwich.

Zurück auf der Piste gibt Jan Gas. Bald biegen wir wieder auf die Gibb River Road ab. Uns kommen einige Motocross Fahrer entgegen, der Gruppe folgt das Verfolgerfahrzeug mit dem Gepäck. Ob das wirklich ein Vergnügen ist?

Wir folgen der GRR bis zum Abzweig Mt. Elizabeth Station, dem wir 30 Km folgen. Bei der Mt. Elizabeth Station handelt es sich um eine aktive Rinderfarm, die Zimmer und Campsites anbietet. Wir finden einen netten schattigen Platz und genießen den „Feierabend“. Neben uns grasen Rinder und bei Einbruch der Dunkelheit gesellt sich ein Wallaby zu uns.

Donnerstag 06.08.2015 Gibb River Road

Wetter             sonnig, heiß, windig
Fahrzeit           5 h

Die Nacht war ziemlich kalt. Mit den ersten Sonnenstrahlen verlassen wir das Hochbett. Die Wallabies äsen noch eifrig vor unseren Augen. Auch in der Sonne bleibt es erst mal kühl, da ein recht heftiger Wind weht. Gegen 8:00 verlassen wir Mt. Elizabeth Station.

1 h später erreichen wir das Mt. Barnett Roadhouse. Ein Roadtrain geladen mit Rindern steht für einen Fototermin bereit. Wir tanken und kaufen ein Permit für die Manning Gorge. 7 Km rough Gravel führen zum Campground, von dem der Trail zur Manning Gorge startet.

Auf dem Campground stehen wunderschöne Baobabs. Ein Boot im Seilzugverkehr bringt uns auf die andere Seite des Flusses. Nach 2,5 Km und knapp 1 h über Stock und Stein erreichen wir Manning Gorge. Der Weg ist mit 2 ½ h für eine Wegstrecke angekündigt! Einige Sonnenanbeter und Schwimmer belagern bereits Felsen, Strand und Pool. Ein wahrlich idyllisches Plätzchen. Jan geht schwimmen und duscht unter dem Fall. Der Rückweg kommt uns irgendwie kürzer vor.

Die nächste Gorge heißt Galvan Gorge in ca. 14 Km Entfernung. Ein kurzer Walk zum Fall und seiner Gorge ist angekündigt. Der Parkplatz wurde wohl um 500 m an die GRR vorverlegt, so dass die Strecke bis zum alten Parkplatz dazu gerechnet werden muss. Nichtsdestotrotz bleibt es natürlich ein kurzer Walk von etwa 1 Km One-Way. Jan verweigert sich etwa 100 m vor dem noch nicht zu sehenden Ziel und kehrt zum Auto um. Gabi verfolgt den Weg weiter bis zum Fall, der zwar nicht mehr so sprudelt, aber in einen kreisrunden Pool tröpfelt. An einer Seite findet sich Rock Art – ein sehr schöner Wandjina Kopf.

Als nächstes steht ein Stopp an einem Shop der Aborigines an. Leider ist sowohl Tanke als auch Shop geschlossen. So bleiben uns nur noch einige Lookouts bis wir bei schönstem Büchsenlicht die GRR verlassen.

Kurz nach 16:30 erreichen wir den Windjana NP. Wir finden einen hübschen Stellplatz mit Blick auf die im Abendlicht glühende Range. Ein schönes Glas Weißwein passt gut zum Sunset. Es wird richtiggehend kalt nach Sonnenuntergang. Wir trotzen warm in unsere Decken eingepackt der Kälte, während wir Pasta mit Pesto und Guacamole und dazu einen Rotwein verspeisen.

Freitag 07.08.2015 Gibb River Road – Derby

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           3,0 h

Um 6:00 ist es bereits hell, aber es dauert noch eine Weile bis uns die Sonnenstrahlen erreichen. Die Sonne muss es erst über die Range schaffen. Zum Frühstück ist es dann soweit, die ersten Sonnenstrahlen wärmen uns. Um 8:00 verlassen wir gestiefelt und gespornt die Campsite, um die Windjani Gorge zu besuchen.

Der Zugang durch eine Felsspalte gestaltet sich schon mal spektakulär. Die Gorge selbst ist recht breit, im vorderen Bereich gibt es noch ziemlich viel Wasser. Die Freshies (Freshwater-Crocodiles) wärmen sich am Sandstrand liegend auf. Wir zählen etwa 50 Tiere der unterschiedlichsten Größe am Strand und im Wasser. Ein Stück die Gorge weiter rein liegen noch mal 20 Exemplare rum, an die man beliebig nah herangehen könnte. Die angesagte Schamgrenze liegt bei 5 m, die wir tunlichst nicht unterschreiten.

Der Gorge-Walk ist aktuell um 1 Km verkürzt, da die letztjährige Regenzeit den hinteren Part unpassierbar machte. Hohe dunkle Wände, die uns an die Zingys von Madagaskar erinnern, säumen die Gorge. Zur Hauptattraktion der Gorge kann man aber sicher die Freshies küren.

Wir fahren weiter zum Tunnel Creek NP, der etwa 35 Km weiter südlich liegt. Durch einen Felstunnel fließt ein Fluss. Der Name ist also Programm! An mehreren Stellen versorgt die kollabierte Decke den Tunnel mit Licht. An der Decke hängen riesige Stalagtiten wie Kronleuchter. Man muss sich seinen Weg mit Taschenlampe ausgestattet durch Fluss und Tunnel selber suchen, das gelingt nur mit nassen Füßen. Nach etwa 1 Km fließt der Creek im Freien weiter. Auf dem Rückweg hören wir im Tunnel die Bats piepsen.

Wir fahren die Piste zurück zur GRR, der wir dann bis Derby folgen. Derby ist ein Nest mit ca. 5.000 Einwohnern. Wir überfallen den Woolworth und kaufen die fehlenden Dinge ein, wenngleich wir dabei sind, die Vorräte weitestgehend zu reduzieren, denn das Urlaubsende naht. Auf dem Mittelstreifen der Hauptstraße weist eine Allee von Baobabs den Weg. Wir starten direkt durch bis zur Wharf. Im dortigen Restaurant reservieren wir für das Abendessen zum Sonnenuntergang (17:30) einen Tisch ab 17:00!! Das Restaurant ist nicht lizensiert, weshalb wir noch schnell einen Bottle Shop überfallen für eine kalte Flasche Weißwein. Fast lässt Gabi ihre Kreditkarte im Shop, aber der freundliche Besitzer kommt sogleich mit der Karte in der Hand rausgerannt.

Am Campground bedeutet das Schnellgang für uns. Ein Bier bzw. Cider gegen den Durst, Duschen und den Apéro (Gin Tonic) dürfen wir natürlich nicht auslassen. Kurz vor 17:00 fahren wir ab, da das Wharf Restaurant lediglich 5 Autominuten entfernt ist, reicht das locker. Unser Tisch befindet sich an der Balustrade der Terrasse mit schönem Blick über Pier und Sonnenuntergang. Die Sonne performt ordentlich. Das Abendessen mundet uns vorzüglich. Die Live-Musik gehört eher zu den not-must-haves, aber man kann nicht immer alles haben. Wir genießen jedenfalls den Abend, an dem wir mal nicht selber kochen.

Zurück am Campground laden wir unsere Nachbarn (aus UK) auf ein Glas Wein ein und tauschen uns rege aus.

Samstag 08.08.2015 Derby – Broome

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           3,5 h

Bald nach Sonnenaufgang streifen die ersten Sonnenstrahlen unseren Frühstücksplatz. Kurz nach 8:00 verlassen wir Derby.

Wenige Km südlich von Derby sind wir die ersten Besucher des Tages beim Baobab Prison Tree. Im 19. Jahrhundert wurden dort meist gefangene Aborigines gefangen gehalten, entweder bevor sie nach Perlen tauchen mussten oder dem Gefängnis in Derby überstellt wurden. Heute steht der dicke alte Baobab eingezäunt vor seinen Besuchern. In seinem Inneren leben angeblich Schlangen, dies sorgt zumindest dafür, dass der Baum seine Ruhe vor den Menschen hat.

Vor der Mittagszeit treffen wir in Broome ein. Als erstes überfallen wir einen Supermarkt, um die letzten ein zwei Dinge einzukaufen, die uns dringend fehlen. Dann ziehen wir weiter zur Willie Creek Pearl Farm. Broome ist weltweit führend in Sachen Perlen. Auf der Perlenfarm buchen wir die 14:00-Tour. Uns bleibt genügend Zeit zum Lunchen und Perlen betrachten im Shop. Eine kleine „Nicht-Perle“ in Form eines Herzes wechselt den Besitzer. Die Tour selbst ist sehr unterhaltsam und informativ. Wir lernen einiges über Perlenzucht und Klassifikation der schönen Perlmuttstücke.

Zurück in Broome gestaltet sich die Suche nach einem Stellplatz für unseren Camper erstmals etwas komplizierter. Offensichtlich steckt die Stadt voller Gäste, zumal heute um 18:00 auf dem Race-Court irgendein Rennen stattfindet. Auf dem 2. angefragten Campground haben wir Glück. Live-Musik gibt’s obendrein und die Jungs spielen gar nicht schlecht.

Das Abendessen brutzelt bald. Zürcher Geschnetzeltes aus Huhn mit Reis steht auf dem Programm begleitet von einem netten Weißwein. Wer will da meckern?!?

Sonntag 09.08.2015 Broome

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           1,0 h

Jan darf heute bis 6:45 „ausschlafen“, aber wir waren auch erst um 22:00 im Bett. Die Sonnenstrahlen haben unseren Camper fast erreicht. In jedem Fall können wir in der Sonne frühstücken.

Als erstes gucken wir uns heute Cable Beach an, der nach dem ersten weltweit verlegten Telefonkabel nach Indonesien benannt wurde. Der Strand scheint endlos. Jan jagt einen Geo-cache, Gabi guckt über Strand und Meer. Anschließend besuchen wir den Point Gantheaume, an dem es bei Ebbe Dinosaurier-Spuren zu bestaunen gibt. Wir sind etwa 1 h vor Niedrigwasser da, aber das vorausgesagte Niedrigwasser liegt bei 3,70 m, damit gibt das Meer die Spuren nicht frei. So müssen wir uns mit den Betonspuren begnügen. Im Leuchtturm nistet ein Seeadler-Pärchen mit einigen flüggen Jungen. Mehrere weiße Köpfe lugen aus dem Nest und zwei Etagen tiefer beschäftigt sich Seeadler-Elternteil mit einem Fang.

An Samstagen und Sonntagen findet der Courthouse Market statt. Im Park um das Courthouse bieten regionale Kunsthandwerker ihre Waren an. Ein hübscher kleiner Markt. Wir geben uns den Kaffee- und Saft-Spezialitäten hin.

Um die Mittagszeit versuchen wir uns am Malcolm Douglas Wildlife Park. Leider öffnet dieser erst ab 14:00. Also vertreiben wir uns die Zwischenzeit am Cable Beach und strecken den Bauch in die Sonne sowie die Füße ins Meer. Ohne die Zeit aus den Augen zu verlieren, finden wir uns pünktlich am Wildlife Park ein. Durch das weit geöffnete Kroko-Maul betreten die Besucher den Park. Bis kurz vor 15:00 lassen wir uns an den Gehegen vorbei treiben. Um 15:00 beginnt die Fütterung der Salties und Freshies. Zunächst werden ein paar Baby-Salties (14 Monate) mit einen Haargummi ums Maul herumgereicht. Die Babies sind noch sehr klein und würden ihren großen Artgenossen allenfalls als Futter dienen, denn die neigen durchaus zum Kannibalismus. Auch wir kriegen unsere Fotos mit Babykroko auf dem Arm. Sie fühlen sich sehr weich und kühl an. Im großen Lake leben 70 Salties, da sind einige beeindruckende Exemplare dabei. Und Futterneid gibt’s auch. Die Mädels ziehen immer den Kürzeren – teilweise sogar mit blutenden Wunden. Das laute Klappen der Mäuler lässt uns erstarren. Wir sind froh, dass es sich hier nur um Fisch-Karkassen und Huhn handelt. Bei den Freshies geht es deutlich ruhiger zu.

Zurück am Campground geben wir uns dem Apéro hin, bevor wir die Kochaktivitäten starten. Die Reste wollen vernichtet werden. Steak, Brokkoli, Kartoffelpups und Guacamole. Da könnten wir sicher dem einen oder anderen Restaurant in Broome Konkurrenz machen. Über uns leuchten die Sterne, ansonsten schmeckt der Wein.

Montag 10.08.2015 Broome

Wetter             sonnig, heiß
Fahrzeit           0,5 h

Nach dem Frühstück geben wir uns erst mal dem Housekeeping hin, d.h. Auto innen säubern und Seesäcke packen. Gegen 10:30 ist es vollbracht.

Heute steht die Innenstadt von Broome und noch mal Cable Beach auf dem Programm. Die Innenstadt von Broome – also China Town – besteht im Wesentlichen aus 2 Parallelstraßen gesäumt von kleinen Shops, die Perlen und Souvenirs jeglicher Art anbieten. Wir beuten noch das eine oder andere Souvenir. Mit China Town hat dieses Viertel allerdings nicht (mehr) viel gemein, außer einiger schmückender chinesischer Elemente.

Bald reicht es uns, deshalb setzen wir uns zum Cable Beach ab. Wir springen beide nacheinander in die Fluten und beobachten die eifrigen Geschäfte der kleinen Krebse, die unermüdlich Sandkugeln formen. Lange halten wir es allerdings nicht in der Sonne aus. Zu wenig Schatten, außerdem warten noch einige Getränkevorräte darauf vernichtet zu werden.

Gegen 17:00 herum spazieren wir zum Restaurant Zanders. Auf dem Weg geben wir im Campground-Office die Zutrittskarte zum Campground gegen Rückgabe des Pfands ab, denn morgen verlassen wir den Platz vor Öffnung des Office. Das Zanders liegt direkt an der Strandpromenade, das verspricht einen schönen Platz für den Sonnenuntergang. Nach sehr kurzer Wartezeit bekommen wir einen Tisch. Die Sonne performt ganz nett von gelb über orange nach rot. Das Essen schmeckt unserem letzten Urlaubsabend angemessen vorzüglich. Nun beginnt wieder die Barramundi freie Zeit! Schade, so ein leckerer Fisch. Am Camper wartet noch eine ½ Flasche Rotwein auf uns, bevor wir ins Bett gehen „dürfen“. Alle weiteren Alkoholika spenden wir morgen früh in der Kitchen Area.

Dienstag 11./12.08.2015 Rückreise

Wetter             Broome warm und sonnig, Perth kühl und heiter
Fahrzeit           0,5 h
Abflug            Broome         11.08. 10:40
Ankunft          Perth             11.08. 13:05
Abflug            Perth             11.08. 17:10
Ankunft          Singapur       11.08. 23:55
Ankunft          Frankfurt      12.08. 06:30 (- 6:00 h)

Kurz nach 6:00 wecken uns Rainbow Lorikeets, die im Baum über uns mit lautem Gezeter frühstücken. Wir erledigen die Restarbeiten und begeben uns weit vor der Zeit zur Camper-Rückgabe. Das Apollo-Office öffnet um 8:00, die ½ h Wartezeit vergeht jedoch wie im Fluge. Die Rückgabe gelingt völlig problemlos, wir bekommen sogar für die fehlenden Decken AU$ 50,00 Ersatz. Das Chinatown-Taxi fährt schon vor, so kommen wir mit reichlich Vorlauf am Broome International Airport an. Was auch immer hier International sein soll, erschließt sich nicht wirklich. Außer den Security-Checks. Internationale Flüge sucht man jedenfalls vergebens. Nachdem wir endlich abgefertigt sind, kommen wir auch zum Frühstück!

Der Flug nach Perth vergeht in Windeseile. Die Shopping-Möglichkeiten sehen übersichtlich aus, so dass wir uns schnell in die Lounge verziehen. In der Lounge haben sie nicht wirklich mit Gästen um diese Zeit gerechnet, denn es werden gerade die Buffets neu versorgt. Richtig hungrig sind wir eh nicht, aber probieren müssen wir dann doch alles, was lecker aussieht.

Auf dem Flug nach Singapur geben wir uns den Filmen hin, erst im Flieger nach Frankfurt haben wir die nötige Bettschwere. Jan nimmt noch das Abendessen mit, Gabi kuschelt sich gleich ins Bett. Kurz vor Frankfurt wird das Frühstück serviert.

Unser Gepäck hat offensichtlich alle Anschlüsse mitbekommen und rollt vom Band. Für die Heimfahrt bemühen wir ein Taxi. Gegen 7:30 schließen wir die Haustür auf.

Fazit

Neuseeland

Wir haben etwa 1.700 Km zurückgelegt.

  • Wetter
    überraschend kalt!
    tagsüber kühl, neblig, teilweise sonnig
    nachts kalt, morgens Raureif
  • Skifahren
    übersichtliche Skigebiete, die Kuppen weiß, unten alles braun und grün,
    wir fühlen uns wie in einem deutschen Mittelgebirge, aber dennoch nett
    Skipisten sind gut gepflegt
  • Andreas Domizil
    liegt wie ein Ufo am Hang

Australien

Wir haben etwa 4.450 km zurückgelegt.

  • Benzin/ Diesel
    normal um die AU$ 1,40, Spitzenreiter Drysdale Station AU$ 2,14, 2. Barnett River Roadhouse AU$ 2,04
  • Wetter
    tagsüber sonnig und heiß (> 30°C),
    nachts häufig kühl (10 – 14°C)

Viele Aussies bereisen ihr Land. Fast alle sind mit 4-Wheelern als Camper oder mit geländegängigem Trailer unterwegs.

Wir haben so ziemlich alle Varianten von Caravan Park über Campgrounds bis Bushcamp „bewohnt“. Mal mit oder ohne Strom, mal mit oder ohne Wasser, mal mit oder ohne Pool, mitunter Baden im Fluss (bspw. Miners Pool in Drysdale), in den allermeisten Fällen waren die Facilities völlig in Ordnung.

Tolle Schluchten und Wasserfälle im Kimberley. An vielen Wasserfällen findet sich ein badefähiger Pool. Ansonsten gilt: Baden nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist!

Viele Salties und auch Freshies. Wenig Wallabies, aber immer krächzende Kakadus, Papageien und Lorikeets

Schönster NP Bungle Bungle mit seinen Streifen-Domen, Gibbs River Road nicht in so schlimmem Zustand wie angekündigt, für uns war die Piste völlig in Ordnung, lohnender Ausflug zum Mitchell Plateau.